In eigener Sache

Detail-Informationen

Autor

Matthias Daniel; Mitarbeit: Kathi Preppner

verfasst am

03.06.2013

im Heft

journalist 6/2013

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Mehr zum Thema im Heft

  • 6/2013: Relativ real – Fotografie ist mehr denn je Interpretation der Wirklichkeit weiter
  • 6/2013: Spurensuche – So weisen Bildforensiker nach, ob ein Foto manipuliert wurde weiter

Bildjournalismus

Alles nur Fake?

Ist der journalist auf ein inszeniertes Foto hereingefallen? Nach Erscheinen der Mai-Ausgabe haben uns mehrere kritische Hinweise zum Titelbild erreicht – einem Foto aus Syrien, das mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde (siehe oben). Der Vorwurf: "Das Foto ist gestellt."

Javier Manzano ist ein erfahrener Kriegsfotograf. Er begleitete amerikanische Soldaten ins Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan, er dokumentierte den mexikanischen Drogenkrieg in Ciudad Juárez. Zuletzt war Javier Manzano immer wieder in Syrien. „Der muss, wie jeder Fotograf hier, ein bisschen verrückt sein“, sagt journalist-Autor Alexander Bühler über Manzano. Bühler und Manzano haben sich im Norden Syriens bei ihrer Arbeit getroffen – Bühler der Autor und TV-Journalist, Manzano der Fotograf. Von Alexander Bühler stammt die Titelgeschichte unserer Mai-Ausgabe, für zehn Tage war er Mitte April nach Aleppo gereist. Javier Manzano und seine Kollegen waren über Monate mit Rebellen in der Region unterwegs. "Die waren ständig in Lebensgefahr", sagt Bühler.

Den Bericht von Alexander Bühler bebilderten wir mit einem Foto von Javier Manzano aus Karmel Jabl, einem umkämpften Vorort von Aleppo. Auch für die Titelseite des journalists verwendeten wir das Foto von Manzano. Es zeigt zwei syrische Rebellen, verschanzt in einem dunklen Raum, sie blicken durch ein Loch in der Hauswand, das Sturmgewehr im Anschlag. Mit dem Foto gewann Manzano den Pulitzerpreis.

Am 2. Mai erreicht uns eine E-Mail von Andreas Gericke. "Ich glaube, dass das Foto gestellt ist und bezweifle die Echtheit der Situation." Jeder, der an einer Waffe ausgebildet ist, wisse, dass man so nicht ziele. "Die linke Hand müsste vorn unter dem Schaft liegen und nicht das Magazin halten, wie man es in billigen Rambo-Filmen häufig sieht." In dieser Haltung bestehe die Gefahr, dass die Munition verkante oder der Schütze das Gewehr verreiße – und sich damit selbst in Gefahr bringe. Gericke schreibt: "Hier hat jemand ein feines, optisch wirkungsvolles Foto erstellt, aber eine reale Gefechtssituation ist das nicht. Es sei denn, der Mann ist lebensmüde."

Drei Tage später erhalten wir eine Mail von Bert Endruszeit. Endruszeit arbeitet als Fotograf. Von 1988 bis 1990 leistete er seinen Wehrdienst in der DDR – ausgebildet wurde er an der gleichen Waffe wie der Rebell auf dem Foto, an einem Sturmgewehr der Marke AK-47. Auch Endruszeit vermutet: Das Foto ist gestellt. "Der Schütze hat seine Kalaschnikow nicht entsichert. Zu erkennen ist das an einem Hebel, der sich in der obersten Stellung befindet." Es sei nur schwer vorstellbar, dass sich ein Rebellenkämpfer so in Position bringe. "Es ist zwar nur ein kleiner Handgriff, doch dieser Hebel ist meist sehr schwergängig. Drückt man ihn herunter, dann wackelt oft die ganze Waffe – was Zeit kostet und außerdem ein Geräusch verursacht." Endruszeit glaubt: "Wer sich an eine solche Kampfluke stellt, wird seine Waffe schon zum eigenen Schutz vorher schussfertig machen."

Warum war die Waffe nicht entsichert?

Alles nur ein Fake? Ein inszeniertes Foto – bei dem die Lichtverhältnisse so schaurig faszinierend sind? Ein Bild, das so gut zu unseren Vorstellungen im fernen Deutschland passt, wie Rebellen in Syrien auf der Lauer liegen? Hat Manzano die Situation genutzt und die Rebellen an diesem Ort bewusst in Szene gesetzt? Haben also die Rebellen einfach für ein "schönes Kriegsfoto" posiert?

Ein halbes Jahr bevor wir das Foto im journalist abdrucken, erreicht Javier Manzano die Frontlinie in Karmel Jabl. Manzano ist seit Ende August in Syrien, er wird noch bis Ende Dezember dort bleiben. Am Morgen des 18. Oktober 2012 haben Militärs des Assad-Regimes in Karmel Jabl mehrere Seitenstraßen besetzt, um die Aufständischen in Schach zu halten. Sowohl die Rebellen als auch die Assad-Scharfschützen können sich unbemerkt von der Gegenseite durch ein Netzwerk von Gängen von Haus zu Haus bewegen, die durch Löcher miteinander verbunden sind. "Es ist sehr wenig Bewegung auf den Straßen, weil jeder weiß, dass es lebensgefährlich ist, wenn man sich offen zeigt", erinnert Javier Manzano die Situation. "Beide Seiten starren über Stunden durch kleine Löcher in den Hauswänden." Manzano drückt auf den Auslöser.

Warum war das Gewehr nicht entsichert? Manzano betont, es sei nicht unüblich, dass die Rebellen bei der Patrouille ihre Waffen gesichert halten. Zum Teil sitze man für acht oder zehn Stunden in einem Raum, ohne dass sich irgendetwas tut. Es wird Tee getrunken, man redet miteinander. In dieser Zeit ständig eine ungesicherte Waffe mit sich herumzutragen, wäre ebenfalls gefährlich, sagt Manzano.

Der direkten Frage, ob die Rebellen für Manzano posieren, weicht der Fotograf aus. Aber er sagt, dass zahlreiche Rebellen keine geschulten Militärs seien. Er habe Filmaufnahmen von Kampfsituationen in Syrien gedreht, auf denen Rebellen schießen wollten – und dann feststellten, dass ihre Waffe noch gesichert war. So erklärt Manzano auch die unprofessionelle Handhaltung des Rebellen. Manche wüssten schlicht nicht, wie man eine solche Waffe richtig bedient.

Es bleibt also Zweifel

Ist das glaubwürdig? Experten sagen, jeder gesunde Heranwachsende durchlaufe in Syrien eine Militärausbildung. Der Umgang mit einer AK-47 sei jungen Männern so vertraut wie hierzulande das Bedienen eines Schaltgetriebes beim Auto. Und: Es mag ja sein, dass die Rebellen beim Teetrinken und Warten ihre Waffe sichern. Aber wer sein Gewehr durch eine Luke steckt, um zu beobachten, ob Scharfschützen auf der Gegenseite in Stellung gehen, der muss damit rechnen, dass er selbst auch gesehen wird. Man könnte vermuten, dass er schon deshalb tunlichst darauf achten müsste, in Sekundenschnelle reagieren zu können – denn alles andere würde ihn selbst zur Zielscheibe machen und in Lebensgefahr bringen.

Es bleiben also Zweifel an der Erklärung von Manzano. Aber reicht das, um an der Glaubwürdigkeit des Bildes, an der Seriosität des Fotografen zu zweifeln?Nein, sagt Hans-Jürgen Bucher, Professor für Medienwissenschaft an der Universität Trier und Experte für Rezeptionsforschung und Bildmanipulationen. Denn der Hauptaspekt des Fotos liege nicht – wie die Einwände suggerieren – auf einer echten Kampfsituation. Sondern er liege in der ausgesetzten, ungeschützten Situation, in der sich die Männer befinden. Es gehe um den Eindruck der "Zersiebtheit", der hier herausgestellt werde. "Ausgedrückt durch die von Kugeln und Schrapnellen zersiebte Blechwand und die Lichtstrahlen, die durch die Einschusslöcher fallen." Die "dicke Luft" in dem Raum, die prekäre Situation, in der sich die Männer befinden – hier gehe es um die "Unerträglichkeit" eines Moments, die dieses Bild einfange. Ob die Kampfsituation real ist, sagt Bucher, spiele in diesem Kontext letztlich keine Rolle.

Auch Eric Baradat, Fotochefredakteur der Nachrichtenagentur AFP, die das Foto von Javier Manzano verbreitete, argumentiert gegenüber dem journalist ähnlich. "Die Rebellen waren sich selbstverständlich der Anwesenheit des Fotografen bewusst. Vielleicht haben sie sich kämpferischer gegeben, als wenn sie allein gewesen wären, aber man kann nicht sagen, dass sie posiert haben." Baradat ist überzeugt, dass dies in keiner Weise die Botschaft des Fotos mindert. Es habe sich nicht um eine Kampfsituation gehandelt, sondern um eine Überwachung: Nichts anderes habe AFP je behauptet, genau das sei der Text in der Bildlegende gewesen, die AFP zu dem Foto den Redaktionen mitgeliefert habe.

Ist ein solches Bild preiswürdig?

Ob all das den Verantwortlichen des Pulitzer Prize Boards und von World Press Photo bewusst war? Sie haben das Foto von Manzano mit dem ersten beziehungsweise dritten Preis ausgezeichnet. Wie echt muss eine Situation sein, um preiswürdig zu sein? Wie begründen sie ihre Entscheidung? Welche Kriterien fließen in die Bewertung mit ein? Gegenüber dem journalist geben sich beide Organisationen wortkarg. Sie berufen sich lediglich auf vertrauliche Beratungen und grundsätzlich hohe journalistische Standards bei der Fotoauswahl. AFP hingegen dokumentiert die Genese des Fotos offen und detailliert. Jedes Foto werde auf technischer, fotografischer und redaktioneller Ebene überprüft, sagt Eric Baradat. Im Fall des Manzano-Bilds war der Fotodesk in Nikosia (Zypern) zuständig. Dort habe man langjährige Erfahrung mit Bildern aus dem Nahen Osten, die Fotoredakteure kennen die Geschehnisse in der Region, kennen die Schwierigkeiten mit Bildern aus dem Bürgerkrieg.

Diese Schwierigkeiten kennt auch journalist-Autor Alexander Bühler. Er hat selbst etliche Fotos bei seinen Reisen durch Syrien gemacht. "Es gibt Situationen, die sind lebensgefährlich", sagt Bühler. Häufig sehe man die Schüsse nicht, aber man kann das Peitschen der Kugeln hören. "Einmal habe ich einen Kampf zwischen Rebellen und Regie-rungstruppen fotografiert. Die Kugeln pfiffen nur so um uns herum." Auf den Fotos sehe man davon jedoch nichts. Vielleicht habe der Rebell für Manzanos Foto posiert. "Aber es zeigt eine wahre Geschichte." Es fange die Dramatik des Kriegs in Syrien ein wie kaum ein anderes Bild.

Dieser Auffassung ist auch Michael Ebert, Fotograf und Dozent an der Hochschule Magdeburg. Ebert hält das Foto für authentisch, die Geschichte des Bilds für wahr, auch wenn Details der Erklärung von Manzano nicht stichhaltig sind und es wahrscheinlich ist, dass die Rebellen für das Bild posiert haben. Dennoch sagt Ebert: "Es gibt objektiv keine Anhaltspunkte, das zu verurteilen, auch wenn eine gewisse Ungewissheit bei solchen Bildern bleibt."

Diskutieren Sie mit uns über das Foto, die Umstände seiner Entstehung und die Frage, ob ein solches Bild preiswürdig ist. Mehr zum Thema Grenzen der Bildbearbeitung können Sie auch im neuen journalist nachlesen, der heute erscheint.

Der Autor

Matthias Daniel ist Chefredakteur des journalists. Hier geht es zu seinem Twitter-Kanal.

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Titelthema: Alles nur Fake? Wann drehen Bildjournalisten zu viel an der Wirklichkeit herum?

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Aktuelle Kommentare zu diesem Text

11.06.2013 23:59

Robert Ketelhohn

Das eigentliche Problem dieses Bildes aber ist ein ganz anderes. Zitat: "Javier Manzano und seine Kollegen waren über Monate mit Rebellen in der Region unterwegs."

Ah ja. Waren sie früher vielleicht auch schon mit Uwe & Uwe unterwegs? Vielleicht bekommen wir demnächst noch eine Photographie von denen – mit Ceska im Anschlag? – Ach nein, Verzeihung, mit denen waren ja Führungsoffiziere vom Verfassungsschmutz oder von Landeskriminellenämtern unterwegs …

Und die Gretchenfrage: Warum lassen sich Journalisten für solche Wahhabija-Terror-Propaganda missbrauchen? – Ja ja, ich weiß: non olet.

11.06.2013 23:50

Robert Ketelhohn

Zum Licht.

Ich will einmal die Möglichkeit offenlassen, dass das zu starke Auseinanderlaufen der durch die Löcher im Rolladen oder Wellblech oder was das ist zum Betrachter hin durch eine verzerrte Perspektive des Objektivs bedingt sein könnte, obgleich ich mir das physikalisch schwer vorstellen kann. Schiene aber die Sonne aus dieser Richtung, müsste die sichtbare Innenseite des Mauerlochs beschattet sein. Sie wird aber von der Sonne gerade angestrahlt.

Die Lichtquelle der Rolladenlöcher muss also eine andere sein. Das löst dann auch wieder das Perspektivenproblem. Wenn da kein großer Spiegel stand, der das Sonnenlicht reflektierte, spricht das eher für Studiophotographie. Merkwürdig ist übrigens auch das Licht, das Auge und rechte Wange des linken "Rebellen" bestrahlt. Durch das Schützenloch kann es nicht kommen, dazu hockt er zu weit vorn. Vom Photographen auch nicht, dann wäre sie sichtbare Seite der "Rebellen" gleichmäßig aufgehellt.

War da noch ein Loch, weit rechts vorn, außerhalb des Bildausschnitts? Weshalb ist dieser Strahl im Raum dann aber nicht sichtbar wie die andern, die Rolladen- oder Wellblechstrahlen? Und warum sind diese so gut sichtbar? Ist der Raum rauch- oder sonstwie partikelgeschwängert? Warum aber ist das Bild dann in den übrigen aufgehellten Zonen so preiswürdig scharf, ohne das rauchbedingte Trübungen erkennbar wären? Warum überhaupt passen nicht alle Wellblechstrahlen in der Form zu "ihren" Löchern? Und endlich: Warum sehen die "Rebellen" so geleckt aus – man schaue sich die akkuraten Kopftücher an –, als kämen sie gerade vom Maskenbildner?

Nein, dieses Bild halte ich für eine Studioaufnahme mit erheblichen Anteilen an Photoshop-Nachbearbeitung.

04.06.2013 23:50

Florian B

Als gelernter Fotograf fallen mir viele Dinge auf, die an dem Bild nicht stimmen.

Was mich und meine Kollegen besonders anödet, ist die Form einer gewissen Kriegsästhetik. Bilder werden geschönt und Schatten werden überarbeitet. Das ist keine Kriegsfotografie mehr, sondern ein Rangeln um die Ästhetik und den besten Platz in der Riege.

Kriegsfotografen machen einen sehr harten Job und nicht wenige meiner Kollegen sind bei ihrer Arbeit ums Leben gekommen, aber sie wussten um ihren Job und die Risiken, die dazugehören. Die wirklich authentischen Kriegsfotos entstanden in Vietnam und Koreakrieg. Jeder kennt das Foto das Napalm Mädchen, an dem nichts geschönt wurde.

Als Fotograf sehe ich, was an dem Bild inszeniert oder verschönt wurde. Die Lichstrahlen sind viel zu grell, und die Sonne müsste genau vor den Löchern geschienen haben, um die Strahlen in sämtliche Richtungen zu projizieren. Der Fake ist vor allem entlarvend, da auf dem Bild rechts der eine Lichtstrahl nach oben zeigt, der nächste hinter einem Balken ist aber angedeutet bricht und der dritte, der entscheidende, ausläuft. Sie müssen sich das Bild genauer betrachten, dann fällt ihnen noch viel mehr auf.

04.06.2013 20:11

Sven O

Die größten Probleme mit dem Foto sind doch Andere:

(1) Den Lauf aus dem Loch herausragen zu lasen, ist verräterisch. Geschickterweise bastelt man eine Auflage im Raum, so dass sich alles im Schatten befindet. Zudem sollte zum Schutz an der Mauerinnenseite eine Verstärkung sein, zum Beispiel Sandsäcke.

(2) Welche Art Lichtquelle schafft es, derart unparallelen Lichtschein durch diese Lichter zu schicken? Das physikalische Prinzip dahinter ist mir nicht bekannt.


Zudem ist das keine AK-47, und die genannten Leute wurden wohl auch alle an keiner AK-47 ausgebildet. Es handelt sich vielmehr um "AKM", welche die AK-47 1959 in der Produktion ablösten. Fast alle im Ausland gefertigten "Kalashnikovs" waren ebenfalls keine AK-47, sondern AKM oder AK-74 etc. "AK-47" ist eine populäre, aber fast immer falsche Bezeichnung.

04.06.2013 17:23

Armin M. Küstenbrück

Auch ich stolperte sofort über die Lichtstrahlen. Wie Ky schon sagte: Um ein solches Strahlenbild zu erzeugen, müsste die Lichtquelle relativ nah hinter der zersiebten Blechwand sein und nicht Milliarden Kilometer weit weg. Und es scheint mir auch nicht zum Lichteinfall durch die Schießluke zu passen, durch das ja scheinbar relativ gerichtet das Licht an die Wand dahinter wirft – also genau entgegengesetzt der Lichtstrahlen aus der Blechwand. Ich will nicht sagen, dass es ein Fake ist ... aber Indizien dafür scheint es zu geben.

04.06.2013 14:38

Peter Pierre

Zu den Lichtstrahlen: Wenn man die Lichtstrahlen verlängert, laufen sie doch passend zusammen. Es sieht nach tiefstehender Sonne aus. Es passt zusammen. Manchmal trügt das Gefühl.

04.06.2013 14:35

Peter Pierre

Das kann ich nur bestätigen. Man wurde zwar darin ausgebildet, die Kugeln speziell im Magazin zu plazieren, dass da nichts passiert, aber wenn man unterwegs war, kann mir niemand erzählen, dass die nicht genau diesen Milimeter verrutscht sind. Die Haltung am Magazin ist gar nicht so unüblich, es kommt oft auf die Sitz-/Liegeposition an. Gelehrt wird es natürlich nicht. Dagegebn wird wird einem eingebläut, das Gewehr immer gesichert zu haben. Ist zwar bei moderneren Waffen meist einfach mit dem Daumen zu betätigen und deshalb schneller, aber Sicherheit ging und geht immer vor.

Die Szene ist auf jeden Fall super eingefangen. So oder so.

04.06.2013 14:22

Ky Ro

Ich kenne mich nicht mit Waffen aus, aber mit Bildretusche. Ich wundere mich daher über die Lichstrahlen, die in verschiedene Richtungen gehen. Wäre es das Sonnenlicht, müssten alle Strahlen in die - mehr oder weniger – gleiche Richtung laufen. Nur bei einer Lichtquelle direkt hinter der Wellblechwand ist eine solche Streuung realistisch. Der Lichteinfall durch das Loch legt aber nahe, dass das Bild bei Tageslicht aufgenommen wurde. Die Frage ist: Welche Lichtquelle erzeugte diese Strahlen? Mein erster Gedanke war auch: Fake!

03.06.2013 17:23

Kai La Quatra

Sind diese beiden Leserbriefe wirklich der Grund, das Bild anzuzweifeln?

Ich war 12 Jahre Soldat. Fallschirmjäger und viele Jahre davon als Scharfschütze eingesetzt. Punkt eins, und das weiß sicher auch ein Rebell, die sich ja auch aus Überläufern rekrutieren, die sicher eine militärische Ausbildung erhalten haben: Die Waffe bleibt bis zum Schuss gesichert. Niemand rennt mit ungesicherten Waffen durch die Gegend.

Punkt zwei. Und das schreib ich nun als Fotograf und Journalist. Wenn man ewig in einem Raum sitzt, in dem nichts passiert. Dann fragt man einfach nur aus diesem Grund schon mal. Kannste mal in Anschlag gehen. Was ja nicht heißt, dass genau diese Szene sich nicht schon zig mal an diesem Tag widerholt hatte. Oder den Tag davor, oder davor oder danach die Tage. Ein bissel Regie ist halt immer. Und wenn's nur der Grund war, dass genau in diesem Moment das Licht so einfiehl. Auch das ist der Job eines Fotografen, so etwas zu sehen. Er sagte ja nicht, "lass dich nach hintenfallen und spiel getroffen".

Punkt drei. Hand am Magazin. Wie gesagt. Ich war 12 Jahre bei dem Verein. Ich hab in der Grundausbildung schon aufgehört, die Hand an den Handschutz zu packen. Es ist unbequem und eine unnatürliche Haltung und deshalb auch unangenehm nach kurzer Zeit. Ich hab eine Menge an Steuern gekostet, was Munition angeht. Es hab keine Störungen, unvorhergesene Explosionen oder sonst was, was der gute Mann analysierte. im Gegenteil, man trifft sogar besser. Aber nun genug rumgegeekt. Sonst denkt noch jemand, ich vermisse die Bundeswehr und muss mich auf Diskussionen mit Wehrdienstleistenden einlassen. Das Foto ist super. Hat den Preis verdient. Und diese Hater keine Aufmerksamkeit bei solch unqualifizierten Anprangerungen.

 
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