Detail-Informationen

Autor

Benjamin O'Daniel

verfasst am

10.02.2015

im Heft

journalist 2/2015

Mehr zum Thema auf journalist.de

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  • 3. Juli 2014: Buzzfeed Deutschland: Start wird konkret weiter
  • 8. Juli 2014: Erfolgsmessung im Netz: Und es hat Klick gemacht weiter
  • 27. August 2014: Poynter: In 8 Schritten zur viralen Überschrift weiter
Genial oder fail? Noch läuft der Deutschland-Start von Buzzfeed schleppend. (Bild: journalist)

Buzzfeed Deutschland

Buzzfeed? Was ist Buzzfeed?

Um die deutsche Ausgabe von Buzzfeed ist es ruhig geworden. Nun wird die Redaktion vergrößert.

Wer denkt, sie spricht in ähnlich knalligen Worten, wie sie auf Buzzfeed stehen, der irrt. Rund 100 Tage schraubt Juliane Leopold jetzt an der deutschen Buzzfeed-Ausgabe und gibt sich im Gespräch mit dem journalist sachlich, ruhig, fast zurückhaltend. Ihr persönliches Highlight der ersten Monate? "Dass ich meinen Job machen kann, Aufbauarbeit leiste und wir für Buzzfeed eine deutsche Stimme finden."

In den Social-Media-Charts bei 10000Flies.de landete die deutsche Ausgabe des Unterhaltungsportals Buzzfeed damit im Oktober auf Platz 30. Kein Senkrechtstart – im Vergleich zum Vorabgetöse in der Medienlandschaft. Und schon in der November- und auch in der Dezember-Auswertung taucht buzzfeed.de in den Top-50 von 10000Flies nicht einmal mehr auf.

Dabei muss man bedenken, dass für buzzfeed.de bislang erst vier Redakteure arbeiten. In den USA zählt das Unternehmen mehr als 500 Angestellte und hat mehr als 200 Millionen Besucher pro Monat – rund 20-mal so viele wie Spiegel Online.

Eine Handvoll Listicles

Das Team in Berlin konzentriert sich zunächst auf eine Handvoll popkultureller und humorvoller Listicles pro Tag. Also Texte im für Buzzfeed typischen Listenformat. Hinzu kommen jeden Tag mehrere ins Deutsche übersetzte Stücke. Gut gelaufen sind laut Leopold Artikel wie 38 Dinge, die Du kennst, wenn Du in den 90ern Schüler warst. Wie viele Nutzer buzzfeed.de damit erreicht, will sie nicht sagen.

Dennoch: Die Facebook-Fanseite der deutschen Buzzfeed-Ausgabe kommt gerade auf rund 10.000 Fans, viele Artikel auf nur ein paar mickrige Likes. Andere Boulevardseiten haben sehr lebendige Fanseiten in sechs- bis siebenstelliger Größe. Doch die Zahl zeigt auch, dass Leopold offensichtlich darauf verzichtet, Fans und Likes für Geld einzukaufen und stattdessen auf organisches Wachstum setzt. "Wir haben nicht das Ziel, Facebook zu überschwemmen, sondern wollen Rezepte für virale Hits verstehen und ein Gespür entwickeln", sagt sie.

Geld verdienen will Buzzfeed auch in Deutschland nicht mit Bannern, sondern mit Werbung, die als Inhalt daherkommt. Eine Native-Advertising-Kampagne hat bislang Opel gebucht. Weitere Anfragen sind offenbar vorhanden.

Genug Platz für alle

Die Konkurrenz hat bereits reagiert. Bild hat sein eigenes Social-Media-Team verstärkt. Und unter den Artikeln gibt es seit November eine Reaktionsleiste, bei der die User nach Buzzfeed-Vorbild ihre Emotionen wie Weinen, Lachen und Wut angeben können. Juliane Leopold verzichtet trotzdem auf eine Kampfansage. "Es ist sicher genug Platz für alle da." Auch der direkte Konkurrent, heftig.co, sei "ein ermutigendes Signal". Heftig.co zählt hierzulande zu den erfolgreichsten Inhalteanbietern, was die Verbreitung über soziale Netzwerke angeht. Nur bild.de ist erfolgreicher.

Von Februar an arbeiten bei Buzzfeed Deutschland zwei weitere Redakteure. Bei der Auswahl sei ihr unter anderem wichtig gewesen, dass neue Mitarbeiter "nicht ständig nach dem Weg fragen". Die Aufbauarbeit hat für Juliane Leopold gerade erst begonnen.

Die Februar-Ausgabe des journalists ist erschienen. Hier geht es zum E-Paper.

Titelthema: Wendepunkt – Wie geht es weiter nach dem Anschlag auf Charlie Hebdo?

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