In eigener Sache

Detail-Informationen

Autor

Monika Lungmus

verfasst am

26.04.2013

im Heft

journalist 5/2013

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Die dapd-Volontäre bekamen trotz Insolvenz noch ihre Schulung.

dapd

Das Aus ist nicht das Ende

Wegen der Insolvenz mussten die meisten dapd-Volontäre ihre Ausbildung abbrechen. Ihre Betreuer initiierten eine Hilfsaktion. Mehr als 20 potenzielle Arbeitgeber haben sich bis Ende April gemeldet.

Das Aus von dapd soll nicht das Ende sein. Nicht für jene, die erst am Anfang ihres Berufswegs stehen. Die Ausbildungsredakteure Janine Wergin und Axel Schmidt, die sich bislang bei der Nachrichtenagentur um die Text- und Bildvolontäre kümmerten, haben schon einen Tag nach der Bekanntgabe der Betriebsschließung von dapd alle Hebel in Bewegung gesetzt, um ihren Schützlingen zu helfen.

Sie nahmen etwa Kontakt mit dem Deutschen Journalisten-Verband (DJV) und der dju in ver.di auf, die den Hilferuf veröffentlichten und nach Unternehmen suchten, die die Volontäre aufnehmen oder ihnen einen Redakteursjob anbieten möchten. Im Gespräch mit dem journalist gab sich Janine Wergin zuversichtlich, "dass alle Volontäre etwas bekommen werden. Vielleicht ist es nicht immer genau das, was sie sich wünschen. Aber einen Platz werden sie finden", so die Journalistin.

Erst im November hatte dapd den letzten Volontär eingestellt, die Zahl der Volontäre lag damit bei 26. Zwei Volos konnten Ende März ihre 24-monatige Ausbildung beenden – sie sollten eigentlich übernommen werden. Doch dann kam das endgültige Aus. Sie mussten sich etwas anderes suchen: Eine Volontärin bekam eine Redakteursstelle bei der KNA; die andere hat sich in Berlin selbstständig gemacht. Zwei weitere Volontäre, die noch nicht ganz fertig sind, hatten sich bereits vor der Insolvenz nach anderen Möglichkeiten umgeschaut. So waren Mitte April noch 22 Volos übrig, die es zu vermitteln galt.

"Wenn all die Angebote, die jetzt vorliegen, angenommen würden, wären alle Volontäre versorgt"

"Die Resonanz auf unsere Aktion ist sehr groß", sagt Wergin. Allein zehn
potenzielle Arbeitgeber meldeten sich auf den Hilferuf, den der DJV ausgesendet hatte. Insgesamt waren es Ende April mehr als 20 – das Spektrum der Angebote reicht laut Janine Wergin vom Deutschlandradio über die Neue Westfälische bis zu gruenderszene.de. "Die Situation ändert sich täglich", sagt Wergin. "Und wenn all die Angebote, die jetzt vorliegen, angenommen würden, dann wären alle Volontäre versorgt."

Schon im Vorfeld der Aktion war der DJV tätig geworden. So sorgte er dafür, dass die dapd-Volontäre im März noch an einer einwöchigen Schulung teilnehmen konnten, die wegen des Insolvenzantrags der Nachrichtenagentur sonst hätte abgesagt werden müssen. Der DJV übernahm die Kosten des Volontärkurses. Auch die dapd-Redakteure lässt die Gewerkschaft nicht im Regen stehen. So rief DJV-Bundesvorsitzender Michael Konken andere Nachrichtenagenturen dazu auf, Beschäftigungsmöglichkeiten für die dapd-Kollegen zu prüfen. Zudem organisierte DJV-Referent Michael Hirschler ein Webinar, um die Agenturjournalisten bei der Positionierung am schwierigen Arbeitsmarkt zu beraten. Am 2. Mai findet in Berlin ein Tagesseminar für Mitarbeiter der dapd statt, die sich selbstständig machen wollen.

Und warum engagiert sich Janine Wergin, die selbst noch auf Jobsuche ist, weiterhin für den Nachwuchs? "Das sind nicht nur tolle Volontäre, das sind auch tolle Menschen, die mir persönlich sehr ans Herz gewachsen sind", sagt sie. "Ich habe sie mit ausgebildet, und ich möchte, dass sie eine berufliche Perspektive haben."

Was aus den Millionen Bildern des dapd-Bildarchivs wird, lesen Sie in der Mai-Ausgabe des journalists, die am 2. Mai erscheint.

 

Die April-Ausgabe des journalists ist erschienen. Hier geht es zum E-Paper.

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Aktuelle Kommentare zu diesem Text

26.04.2013 16:08

Klaus J. Schwehn

Hat die Agentur zuletzt vorzugsweise mit (26) AZUBIS gearbeitet?

Als die Gründungsagentur ddp Mitte der 1970er Jahre in Bonn begann, hatten wir (ich war dabei) insgesamt weniger als 20 Redakteure.

 
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