Detail-Informationen

Autor

Svenja Siegert

verfasst am

02.02.2010

Schlagworte

Nachrichtenagenturen, ddp, dapd, Martin Vorderwülbecke

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Bild: ddp/Michael Kappeler

ddp und dapd sollen künftig im Kombipakt angeboten werden.

ddp und dapd

„Wir wollen die Pakete neu schnüren“

ddp-Eigner Martin Vorderwülbecke will seine neu erworbene Agentur dapd (ehemals AP Deutschland) ausbauen – dafür braucht er mehr Personal. Doch Mitarbeiter einstellen will er bei dapd nicht.

Martin Vorderwülbecke, Inhaber der Nachrichtenagenturen ddp und dapd (ehemals AP Deutschland), will die beiden Dienste seinen Kunden nicht mehr getrennt voneinander anbieten. „Wir wollen die Pakete neu schnüren“, sagte er dem journalist. „ddp und dapd sollen sich zu einem sinnvollen Ganzen verbinden und so besser werden.“ Zu einer Verschmelzung der Agenturen solle es nicht kommen, dennoch weist Vorderwülbecke darauf hin, dass die letzten Entscheidungen noch nicht getroffen seien.

Im Zuge der Umstrukturierungen will Vorderwülbecke die Agentur dapd ausbauen. „Wir wollen mehr Berichte liefern und den deutschen Blickwinkel einnehmen – mehr als das unter der einheitlichen amerikanischen Führung möglich war. Denn bislang haben Redakteure in New York entschieden, was einen deutschen Leser interessieren müsste.“

Hierfür braucht das dapd-Team mehr Ressourcen. Doch neue Leute will Vorderwülbecke nicht einstellen. „Mit Sicherheit kann ich sagen, dass im Auslandsdienst mehr Leute arbeiten werden als bisher. Zwar kann ich keinen Buchhalter zum Korrespondenten machen, aber intern Ressourcen umorganisieren, geht schon.“

Ende Dezember kündigte dapd bereits einigen Pauschalisten und Bildredakteuren. Vorderwülbeckes Begründung: Die Verträge der Pauschalisten seien nicht mehr „zeitgemäß“ und die Bildredakteure Opfer der „Neuorganisation“ des Bilddesks. Anders ist die Lage bei dpp, wo die Redakteure weniger als beim tarifgebundenen dapd verdienen: Bei ddp gebe es weiterhin den Plan, viele Stellen neu zu besetzen. „Wir haben im vergangenen Jahr Leute eingestellt und werden es weiter tun. dpa und ddp werden sich also annähern“, so Vorderwülbecke. Zur Qualitätssteigerung seiner journalistischen Produkte soll von April an das neue Redaktionssystem beitragen. Außerdem will Vorderwülbecke, dass „Journalisten künftig mehr Zeit zum Recherchieren bekommen“.

Des Weiteren kündigte der Agenturchef an, gegen die französische AFP vorgehen zu wollen. „In der Europäischen Union sind gewisse Dinge nicht erlaubt. Nach meinem Verständnis sollt es sicher nicht erlaubt sein, eine Nachrichtenagentur zu subventionieren und dann mit Dumpingpreisen den deutschen Wettbewerb zu beeinflussen.“

Ein Interview mit Martin Vorderwülbecke lesen Sie in der Februar-Ausgabe des journalists.

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