Falsche Zitate in Spiegel Online, Welt Online und Südkurier?

Erfundene Zitate

Welt-Gruppe und Südkurier trennen sich von freiem Autor

Der freie Autor Sebastian Wieschowski hat offenbar Zitate frei erfunden - und die entsprechenden Texte an Spiegel Online, Welt Online und Südkurier verkauft. Springer erstattete Strafanzeige.

Mindestens drei Redaktionen in Deutschland haben offenbar Artikel veröffentlicht, in denen Zitate frei erfunden waren. Nach Recherchen des Medienmagazins journalist und von MDR Sputnik hat der freie Autor Sebastian Wieschowski unter anderem an Spiegel Online, den Südkurier und an Welt Online Texte verkauft, in denen sich ein Experte äußert, der womöglich gar nicht existiert. Die Redaktionen selbst haben von dem Verdacht unter anderem durch den Deutschen Presserat erfahren.

"Recherchen der Welt-Gruppe haben den Verdacht bestätigt und darüber hinaus Zweifel an der Existenz weiterer von Herrn Wieschowski zitierten Experten aufkommen lassen", so Christian Garrels vom Axel Springer Verlag. Über die Zahl der betroffenen Texte machte Garrels keine Angaben. Offenbar hat der Autor aber nur vereinzelt Zitate erfunden, so dass der Betrug lange unentdeckt blieb. Die Artikel – so heißt es aus einer der betroffenen Redaktionen – wären auch ohne die beanstandeten Passagen ausgekommen. Es handle sich also nicht um einen weiteren Fall Tom Kummer. Trotzdem haben die drei Medienunternehmen Konsequenzen gezogen.

"Da aus unserer Sicht ein schweres Fehlverhalten gegen Vertragsverpflichtungen und journalistische Grundsätze, insbesondere den Pressekodex, vorliegt, haben wir die Zusammenarbeit mit dem Autor sofort beendet, die von ihm erstellten Artikel vorsorglich offline gestellt und Strafanzeige erstattet", so Garrels. Auch im Archiv von Spiegel Online findet man nur noch einen Bruchteil der Veröffentlichungen des Autors. Die stellvertretende Redaktionsleiterin wollte sich zu dem Fall aufgrund eines "schwebenden Verfahrens" nicht äußern. Der Südkurier hat die Zusammenarbeit mit Wieschowski ebenfalls eingestellt.

Gegen alle drei Unternehmen hat der Presserat eine Rüge geprüft, aber verworfen. Nach Informationen des Medienmagazins journalist und von MDR Sputnik konnte das Gremium kein Fehlverhalten der Redaktionen selbst feststellen.

Der Autor Sebastian Wieschowski ist erst 25 Jahre alt und studiert an der Katholischen Universität Eichstätt Journalistik. Trotzdem ist er kein Anfänger. Auf seiner Internetseite listet er etwa 400 selbstverfasste Artikel auf – unter anderem im Tagesspiegel, bei Stern Online, in der Zeit, in der Saarbrücker Zeitung und im Flensburger Tageblatt. Allein im Dezember 2007 brachte Wieschowski es laut seiner Webseite auf 25 Veröffentlichungen. Im vergangenen Oktober erhielt er den mit 1.500 Euro dotierten Kulturpreis des Rotary-Clubs Mittelholstein. Außerdem belegte er 2004 den dritten Platz beim Schülerzeitungswettbewerb des Spiegels in der Kategorie Reportage.

Sebastian Wieschowski war trotz mehrerer Anfragen per E-Mail und Telefon für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

Update 26.3.2010, 17.50 Uhr: Kurz nach Veröffentlichung hat sich Sebastian Wieschowski beim journalist mit folgendem Hinweis gemeldet: "Ich darf bereits jetzt klarstellen, dass gegen mich nicht strafrechtlich ermittelt wird."

 

Aktuelle Kommentare zu dieser Meldung

21.04.2010 15:09

Norbert Hettler

Hatten den Artikel von journalist wie viele tausend andere veröffentlicht. Haben Heute Fax von Anwalt bekommen. Unterlassung und das ganze Programm mit dicker Rechnung....

01.04.2010 13:04

Jo Kahl

Neue Erkenntnisse:
http://www.bild.de/BILD/news/2010/03/31/sebastian-w-betrugsverdacht-neue/indizien-bel[..]
http://www.stefan-niggemeier.de/blog/falsche-experten-mit-echten-zitaten/#comment-126885

01.04.2010 01:04

Chrischan74 Handlethetruth

http://www.youtube.com/watch?v=0QO4DZu9mxA

31.03.2010 18:44

Karim Bouchouchi

Ich frage mich gerade was an "Vorverurteilung" und "identifizierende Berichterstattung" sie nicht verstanden haben, lieber ganz normaler Zeitungsleser Rüdiger Zabel. Und um der ganzen Kampagne gegen einen jungen Journalisten noch die Krone aufzusetzen, erzählen Sie hier etwas von
"Es scheint deren (der Journalisten hier) Ziel zu sein, das Blaue vom Himmel herunterlügen zu dürfen"? Ja, gehts noch?

Wer lügt und betrügt hat sich vor Gericht zu verantworten, so sieht es gutes Deutsches Recht vor. Jedoch erst dort wird schuldhaftes Verhalten festgestellt.
Weder Sie, Herr Zabel, noch "Journalist" sind das Gericht. Deswegen müssen Sie, wie wir anderen auch, die Unschuld annehmen, solange nicht ein Gericht Schuld festgestellt hat. Auch das ist Deutsches Recht.

Der "Journalist" sagt hier oben "Offenbar hat der Autor aber nur vereinzelt Zitate erfunden, so dass der Betrug lange unentdeckt blieb." und verurteilt munter weiter. Dieser vermeintliche "Betrug" muss nämlich, wie oben dargelegt, strafrechtlich festgestellt werden. Eine Ermittlung findet jedoch nicht statt.

Meiner Meinung nach könnte die von mir zitierte Passage des "Journalist" sogar eine Verleumdung nach § 187 StGB darstellen. Auch das müssen Juristen schließend klären.

Ich persönlich finde es einfach nur falsch junge Menschen so zu verfolgen. Meine Meinung.

§ 187 StGB Verleumdung
"Wer wider besseres Wissen in Beziehung auf einen anderen eine unwahre Tatsache behauptet oder verbreitet, welche denselben verächtlich zu machen oder in der öffentlichen Meinung herabzuwürdigen oder dessen Kredit zu gefährden geeignet ist, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe und, wenn die Tat öffentlich, in einer Versammlung oder durch Verbreiten von Schriften (§ 11 Abs. 3) begangen ist, mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft."

31.03.2010 16:30

Rüdiger Zabel

Vielen Dank für diesen Artikel.

Als ganz normaler Zeitungsleser bin ich aber bestürzt über die Leserbriefe der Journalisten vor mir.

Es scheint deren Ziel zu sein, das Blaue vom Himmel herunterlügen zu dürfen.

Und dieses "Recht auf Falschmeldung" sollen ihre Verbandsfunktionäre offenbar mit Klauen und Zähnen verteidigen.

Eine Schande.

30.03.2010 01:21

Thomas Heck

Sollte Sebastian W. tatsächlich Gesprächspartner erfunden haben, hoffe ich, dass er die Konsequenzen tragen muss.

Das gleiche wünsche ich mir für die Verantwortlichen des "Journalist". Eine solche Vorverurteilung ohne dem Betroffenen ausreichend Zeit für eine Stellungnahme zu geben, ist eine Schande. Zumal die entsprechende Presseratsentscheidung Monate zurückliegt. Wozu die plötzliche Hektik?

Ich bin DJV-Mitglied und finde es zum K...., dass ich mit meinen Beiträgen indirekt solche Texte mitfinanziere. Von einem offiziellen Verbandsorgan erwarte ich mehr Sorgfalt und Fairness.

29.03.2010 22:59

Günter Bartsch

Meines Erachtens ist der Name des angeblichen Anwalts - Carsten Penkella - wichtig, wenn man die Zitate finden will, um sich in der Frage ein eigenes Bild zu machen. Ich habe die Google-Ergebnisse mal zusammengefasst: http://guenterbartsch.de/index.php?id=38

29.03.2010 21:42

Theo Heyen

Dass, was Horst Stümpert am 28.03. hier dazu geschrieben hat, kann ich nur unterstreichen. Unabhängig davon, was an der ganzen Sache dran sein mag, bin ich als djv-Mitglied entsetzt, wie unser Verbandsjournal sich hier verhält. Das widerspricht allen Prinzipien, für die wir eintreten.
Und dass selbst nach mehreren Tagen immer noch keine Einsicht bei den Verantwortlichen eingekehrt ist, macht es nur noch schlimmer.

29.03.2010 18:56

Hans Werner Conen

Was die Herren Daniel und Geißler ablassen, ist ein Fall von Doppelzüngigkeit. Denn während sie uns über hier angeblich legitime Verdachtsberichterstattung gegen eine jungen Kollegen belehren, droht der DJV-Vorsitzende Konken mit Einstweiliger Verfügung, weil der DJV-Brandenburg auf seiner Homepage über ein Ermittlungsverfahren der Staatsanwaltschaft Bonn (331 Js 107/10) gegen Konken wegen Untreue, Betrug und Unterschlagung durch unrechtmäßige Zahlungen aus der DJV-Kasse berichtet hat. Quod licet iovi, non licet bovi?

Übrigens: Der "Journalist" hat schon einmal vom Presserat eine Klatsche wegen Falschmeldung bezogen - mal sehen, was der Presserat zu Wieschoswki meint.

29.03.2010 18:31

Hort Stümpert

Die Kollegen vom Medium Magazin machen es vor, wie es richtig geht!

http://www.mediummagazin.de/aktuelles/faelschungsvorwurf-die-faktenlage/

29.03.2010 18:05

Matthias Daniel

Die Sachlage ist zwar kompliziert, aber so unklar, wie zum Teil dargestellt, ist sie nicht: Fest steht, dass drei Redaktionen nicht mehr mit dem Autor zusammenarbeiten (Welt und Südkurier bestätigen das offiziell, Spiegel Online will sich wegen des "schwebenden Verfahrens" nicht offiziell äußern). In diesen Medien sind mehrere Artikel von Sebastian Wieschowski erschienen, die Zitate eines Rechtsanwalts enthalten, den es in dieser Funktion nicht gibt. Möglicherweise gibt es die Person überhaupt nicht. Die Redaktionen waren über die Beschwerde beim Presserat informiert, hielten die Sachlage offenbar für so eklatant, dass sie sich von dem Autor trennten. Die Welt-Gruppe hat uns dazu Freitagmittag ein offizielles Statement geschickt. Hier ist es komplett:

"Im Zuge eines Beschwerdeverfahrens vor dem Deutschen Presserat hat die Chefredaktion der WELT-Gruppe davon erfahren, dass ein vom Autor Wieschowski in verschiedenen Artikeln zitierter Anwalt möglicherweise nicht existiert. Recherchen der Redaktion haben dies bestätigt und darüber hinaus Zweifel an der Existenz weiterer von Herrn Wieschowski zitierten Experten aufkommen lassen. Im Verfahren des Presserats wurde keine Sorgfaltswidrigkeit unserer Redaktion festgestellt und dementsprechend keine Maßnahme gegen die WELT-Gruppe ausgesprochen. Da aus unserer Sicht ein schweres Fehlverhalten gegen Vertragsverpflichtungen und journalistische Grundsätze, insbesondere den Pressekodex, vorliegt, haben wir die Zusammenarbeit mit dem Autor sofort beendet, die von ihm erstellten Artikel vorsorglich offline gestellt und Strafanzeige erstattet."

Genau über diesen Sachverhalt haben wir am Freitag berichtet. Den Namen von Sebastian Wieschowski haben wir genannt, weil es sich um Vorwürfe handelt, die nicht etwa sein Privatleben, sondern seine öffentliche Funktion als Journalist betreffen. Wir haben uns diese Entscheidung nicht leicht gemacht. Aber auch Stefan Niggemeier sagte erst kürzlich im journalist-Interview auf die Frage „Wie viel Öffentlichkeit muss ein Journalist ertragen?“: "Alle Öffentlichkeit. Seine Arbeit ist ja öffentlich, also hat er in der Rolle als Journalist alle Öffentlichkeit zu ertragen." Wieschowskis junges Alter als Gegenargument gegen eine Namensnennung anzuführen, ist natürlich legitim, aber ist jemand, der mehr als 400 Artikel geschrieben hat – darunter für Spiegel Online, Welt, Zeit, stern.de und viele andere – wirklich ein Anfänger?

Sebastian Wieschowski hatte vor der Veröffentlichung die Gelegenheit (und hat sie jetzt immer noch), sich zu äußern. Wir haben auf zahlreichen Wegen seit Donnerstag versucht, ihn zu erreichen. Ein kurzer Hinweis, dass er sich äußern will, aber zum Beispiel mehr Zeit benötigt, hätte schon gereicht, aber er reagierte überhaupt nicht (obwohl ihm mitgeteilt wurde, dass wir eine zeitnahe Veröffentlichung planen). Wir sind sicher, dass unsere Anfragen ihn erreicht haben. Er war am frühen Freitagnachmittag im Internet unterwegs und hat zum Beispiel meine Profilseite beim Internetnetzwerk Xing angeklickt. Dafür musste er sich extra einloggen.

Die Pressemitteilung haben wir gegen 17 Uhr veröffentlicht. Kaum zehn Minuten, nachdem unsere Meldung online war, schrieb Wieschowski uns dann eine E-Mail. Den entscheidenden Punkt daraus haben wir sofort unter unseren Text gestellt, worüber er sich später schriftlich beschwert hat. Eine ausführliche Erläuterung von ihm erreichte uns am späten Abend desselben Tages – mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass er uns nicht gestattet, Inhalte daraus öffentlich zu machen. Wir sind nach wie vor für ein Gespräch mit ihm offen.

29.03.2010 17:43

Ralf Geißler

@Horst Stümpert
Das ist nicht ganz korrekt. Die Entscheidung des Presserats ist knapp vier Monate alt. In allen Fällen sah der Presserat zwar kein Fehlverhalten der Redaktionen selbst, trotzdem fand das Gremium die vorliegenden Beschwerden begründet und jeweils einen Verstoß gegen Ziffer 2 des Pressekodex gegeben. Mindestens zwei Redaktionen entdeckten nach der Presseratsanfrage weitere Ungereimtheiten bei zitierten Experten in den Texten von Sebastian Wieschowski und haben das dem Presserat auch mitgeteilt. Alle betroffenen Redaktionen haben den Großteil der Texte des Autors aus den öffentlich zugänglichen Quellen entfernt.
Ich schäme mich nicht. Wir haben uns die Entscheidung, den Namen und die Vorwürfe zu veröffentlichen, wirklich nicht leicht gemacht. Wir haben auch verdeutlicht, dass es sich hier nicht um einen Skandal a la Tom Kummer handelt. Ich glaube trotzdem, dass es schwerwiegende Vorwürfe sind. Es geht hier nicht um ein einzelnes Versehen, sondern um diverse unstimmige Zitate in Texten eines Autors, der viel veröffentlicht und sich auch zu medienethischen Themen geäußert hat. Sie haben Recht, dass er die Gelegenheit haben muss, sich zu verteidigen. Wir haben bis heute den Eindruck, dass er mit uns über die Vorwürfe nicht sprechen will. Er hat sich aber auf seiner eigenen Internetseite geäußert, die ich hier gern verlinke http://www.zeitungsjung.de/?p=424

29.03.2010 11:06

Ralf Geißler

@Torsten Schmid
Nein, ich kenne ihn nicht persönlich. Ich weiß auch nicht, in welchen Verbänden er aktiv war oder ist.

29.03.2010 10:28

David Oehmen

Diesen Artikel ohne zeitliche Not zu veröffentlichen, ist eine Kampfansage an das Klientel, dass Sie eigentlich vertreten sollten. Vielleicht hat Herr Wieschowski Fehler gemacht, aber trotz aller Erfahrung ist er erst 25. Diesen Artikel ohne Stellungnahme des Journalisten zu veröffentlichen, widerspricht allen Regeln der journalistischen Sorgfalt, die der "journalist" doch immer anmahnt.

28.03.2010 23:35

Horst Stümpert

1.) Bei einer nicht zeitkritischen Story (die Entscheidung des Presserats ist ein halbes Jahr alt) keine 48h auf eine Reaktion des Betroffenen zu warten, entbehrt jeder journalistischen Sorgfaltspflicht.

2.) Die reißerische Berichterstattung ist ein Zeichen der Verrohung, selbst bei "Qualitätsmedien".

3.) Die Publizierung per Pressemitteilung und öffentliche namentliche Hinrichtung eines jungen Kollegen ist ekelhaft.

4.) Gerne kann man sich darüber streiten, wie plausibel die Behauptung ist, er sei auf einen Hochstapler hereingefallen. Aber das was Sputnik und der Journalist hier abliefern, ist ein neuer Tiefpunkt des Medienjournalismus.

Die verantwortlichen Kollegen bei Sputnik und beim "Journalist" sollten sich schämen!

28.03.2010 19:28

Torsten Schmid

Wie es scheint, waren sowohl der Autor dieses Textes (Ralf Geißler), als auch Herr W. im Bundesverband Jugendpresse aktiv. Herr Geißler, kennen Sie Herrn W. persönlich?

28.03.2010 18:53

Jürgen Löffler

Bevor Herr Daniel hier weiter sein publizistisches Grab schaufelt, sollte er sich mal mit den Leitlinien zur Verdachtsberichterstattung beschäftigen. Die sollten beim DJV ja zu finden sein.
Apropos DJV: Bleibt zu hoffen, dass der Verband als Herausgeber dieser unsäglichen Geschichte schnell personelle Konsequenzen zieht, sonst bleibt wohl nur der Austritt übrig.

28.03.2010 14:35

Jens Weinreich

@ Ralf Geißler, Matthias Daniel: Schämen Sie sich! Unfassbar, was Sie hier abziehen. Dieser Text hätte nie veröffentlicht werden dürfen. Es handelt sich um keine Enthüllung, die es rechtfertigen würde, den Betreffenden erst einen Tag vor Veröffentlichung anzufragen. Es ist eine Schande für ein "Fachmagazin". So geht Journalismus vor die Hunde.

Klarstellung: Ich kenne Sebastian Wieschowski nicht, unterhalte keine Geschäftsbeziehung zu ihm. Ich mache mir lediglich ein Bild aus den derzeit online kursierenden Texten und "Informationen" - und finde u.a. auch, dass er die Frage, ob er auf einen Hochstapler herein gefallen ist, längst hätte kommunizieren und klären sollen. Das ändert aber nichts an meiner Kritik an Ihrem unfassbaren Vorgehen.

Hätte ich noch ein Abo der Zeitschrift "Journalist", ich würde es jetzt sofort kündigen. Ich habe allerdings nur ein Abo des Mediummagazins.

28.03.2010 10:29

Matthias Daniel

@ Sebastian Wieschowski: Wir vorverurteilen nicht, wir erheben auch selbst keine Vorwürfe, sondern wir haben über bestehende Vorwürfe berichtet. Da diese Vorwürfe ihre öffentliche Funktion als Journalist betreffen, müssen Sie auch mit der öffentlichen Kritik leben. Dazu hätten wir im Vorfeld sehr gerne mit Ihnen gesprochen. Wie Sie wissen, hat unser Autor seit Donnerstag Nachmittag auf etlichen Wegen versucht, eine Stellungnahme von Ihnen zu bekommen. Wir sind sicher, dass Sie diese Kontaktversuche erreicht haben. Die Möglichkeit, mit uns zu sprechen, besteht immer noch. Auch am Samstag hatten wir deswegen ja Kontakt, leider waren Sie bislang nicht zu einem Gespräch bereit. Denn eines ist klar: Die Vorwürfe wiegen schwer. Mehrere Redaktionen haben die Arbeit mit Ihnen eingestellt, es geht um Zitate des möglicherweise nicht existierenden Anwalts, darüber hinaus aber noch um andere unklare Zitate / Texte. Wenn Sie das Opfer eines Hochstaplers sind, verstehe ich nicht, wieso Sie mit uns nicht reden und das öffentlich aufklären.

27.03.2010 23:34

Sebastian Wieschowski

Am Freitag berichtete "journalist.de" über Vorwürfe gegen mich, nach denen ich offenbar Zitate frei erfunden und die entsprechenden Texte an Spiegel Online, Welt Online und Südkurier verkauft hätte. Ich stelle dazu fest: Ich habe keine Zitate erfunden. Ich habe keine Zitate gefälscht. Aufgrund einer Leserbeschwerde beim Presserat hat sich herausgestellt, dass ein vermeintlicher Anwalt, den ich in mehreren Artikeln zitiert habe, ein Hochstapler war. Das ärgert mich und war ein Fehler von mir - ich hätte den Hintergrund dieser Person genauer prüfen müssen. Ich protestiere aber gegen die vorverurteilende und mich identifizierende Berichterstattung über diesen Fall auf "journalist.de" und "meedia.de". Sie ist einseitig und falsch.

 
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