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Autor

Monika Lungmus

verfasst am

04.11.2010

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Die Belegschaft der Frankfurter Societäts-Druckerei legte für mehr als eine Woche ihre Arbeit nieder, so dass die Frankfurter Neue Presse nur als Notausgabe erscheinen konnte.

Frankfurter Societäts-Druckerei

Vereinbarung unterschrieben

Der Betriebsrat der Frankfurter Neuen Presse (FNP) hat am 1. November mit der Geschäftsführung eine Betriebsvereinbarung geschlossen. Damit wird das in der Nacht zum 26. Oktober ausgehandelte Sieben-Punkte-Papier rechtswirksam.

Nach 17-stündigen Verhandlungen hatten sich Betriebsrat, Geschäftsführung und die Gewerkschaften DJV und ver.di am frühen Morgen des 26. Oktober darauf verständigt, dass die drei neuen Firmen, die am 1. Januar 2011 mit der Aufspaltung der Frankfurter Societäts-Druckerei GmbH (FSD) entstehen, weiterhin tarifgebunden sein werden. Bis Ende 2012 soll es keine weitere Aufspaltung geben. Und bis Ende 2014 werden keine Leiharbeitskräfte mehr als Redakteure eingesetzt. Bislang sind zwei Leiharbeitskräfte in der Onlineredaktion der FNP tätig, deren Verträge demnächst auslaufen. 

Eine Aufspaltung des Unternehmens selbst konnte die Arbeitnehmerseite nicht verhindern. Sie hat aber erreicht, dass die Interessenvertretung der Belegschaft eine personelle Mindestausstattung bekommt und damit arbeitsfähig bleibt. So soll der Betriebsrat der Societäts-Medien GmbH, in der künftig die Redaktion angesiedelt ist, ein freizustellendes Betriebsratsmitglied erhalten, obwohl dies gesetzlich nicht vorgeschrieben wäre. Beim Betriebsrat der Druckerei bleibt es bei den bisherigen zwei Freistellungen. Darüber hinaus wird ein Sozialplan aufgestellt, der Härten für die Mitarbeiter vermeiden soll, die aufgrund der Umstrukturierung etwa umziehen müssen.

"Wir haben das Maximum erreicht, was möglich war", kommentiert Betriebsratsvorsitzende Ursula Königstein. "Das ist ein tragfähiges Ergebnis, wenn man bedenkt, dass die unternehmenspolitische Entscheidung nicht zu verhindern war, und es ist vor allem in tarifpolitischer Hinsicht ein großer Erfolg", sagt Achim Wolff, Geschäftsführer des DJV-Landesverbands Hessen, der diesen Kompromiss mit ausgehandelt hatte. "Wir konnten erreichen, dass die neue Societäts-Medien GmbH dem hessischen Verlegerverband beitreten wird."

Zuvor hatte der größte Teil der Belegschaft die Arbeit für mehr als eine Woche niedergelegt, so dass die FNP fast nur mit Agenturmaterial und aus dem Stehsatz gefüllt erscheinen konnte. Auch die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die in der Societäts-Druckerei gedruckt wird, war betroffen. "Das ist meines Wissens das erste Mal gewesen, dass Redakteure, Verlagsmitarbeiter und Techniker der FSD gemeinsam gestreikt haben. Ohne diese Solidarität und ohne die Kraft, die daraus resultiert, hätten wir nicht erreicht, was wir erreicht haben", sagt Betriebsrätin Ursula Königstein. 

Die Verhandlungen über den von den Gewerkschaften geforderten Altersteilzeittarifvertrag dauern an. Ziel ist es, hier bis spätestens 20. Dezember einen Abschluss zu erreichen.

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