Detail-Informationen

Autor

Jan Freitag

verfasst am

31.03.2015

im Heft

journalist 4/2015

Mehr zum Thema auf journalist.de

  • 31. Mai 2013: Neustart in Frankfurt weiter
  • 10. Mai 2011: Die Geschichte vom traurigen Dinosaurier weiter
Bascha Mika: "Mit Verlaub – ich bin nicht umsonst zu haben" (Bild: Bernd Arnold)

Frankfurter Rundschau

"Es gibt zwar kein Fett auf den Rippen, aber wir machen wieder Gewinn"

Grundsaniert und überregional positioniert – die Chefredakteure der Frankfurter Rundschau im Interview.

Seit einem Jahr stehen Bascha Mika und Arnd Festerling gemeinsam an der Redaktionsspitze der Frankfurter Rundschau. Im Interview mit dem Medienmagazin journalist sprechen sie über die Zeit nach der Insolvenz.

"Seit der Insolvenz vor zweieinhalb Jahren sind wir grundsaniert", sagt Bascha Mika. "Es gibt zwar kein Fett auf den Rippen, aber wir machen sogar wieder Gewinn." Weitere Kürzungen werde es nicht geben. "Wir machen jetzt eine Zeitung, die sich betriebswirtschaftlich rechnet und dem Namen Frankfurter Rundschau gerecht wird", sagt Arnd Festerling. Der Übergang allerdings sei ein empfindlicher Prozess gewesen, der ihm das Image eines harten Sanierers eingebrockt habe. "Natürlich erfordert die Zahl von knapp 100 Leuten von jedem Einzelnen einen höheren Einsatz, als dies mit 160 und zuvor ja noch wesentlich mehr Kollegen der Fall war."

Nach der Insolvenz seien viele Leser abgesprungen. Inzwischen, so Festerling, liege die Auflage stabil bei rund 75.000 Exemplaren. "Wir haben die Rückgänge mittlerweile im Griff, die Entwicklung ist eine saubere gerade Linie. Sie bewegt sich auf dem Niveau regionaler Tageszeitungen." Doch die Anzeigenkrise ist nicht wegzureden: "Unterm Strich fürchte ich, dass Anzeigenerlöse weiter zurückgehen und wir uns daran gewöhnen müssen, weitgehend ohne sie auszukommen." 

Bascha Mika stand gut zehn Jahre an der Spitze der taz. Die Befürchtungen, dass sich die Frankfurter Rundschau zu einer Regionalzeitung entwickeln könnte, kann sie nicht nachvollziehen: "Meinen Sie, wenn der Verlag eine regionale Ausrichtung gewollt hätte, hätte er eine Chefredakteurin wie mich aus Berlin nach Frankfurt geholt?" Und weiter: "Wer mich will, sendet drei Botschaften. Erstens: ein linkes Profil. Zweitens: überregionalen Anspruch. Drittens: Investitionsbereitschaft. Denn mit Verlaub – ich bin nicht umsonst zu haben."

Das komplette Interview über Sanierungszeiten, Seelen von Zeitungen und den Unterschied zwischen Verhalten und Haltung lesen Sie in der April-Ausgabe des journalists, die am 31. März 2015 erscheint.

Aktuelle Kommentare zu diesem Text

Noch keine Kommentare.

Kommentare werden moderiert.

Kommentar verfassen

Adding an entry to the guestbook

 (Wird nicht veröffentlicht)

Bitte geben Sie hier das Wort ein, das im Bild angezeigt wird. Dies dient der Spam-Abwehr.

CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.