Detail-Informationen

Autor

Daniel Neuen

verfasst am

01.07.2014

im Heft

journalist 7/2015

journalist-Barometer

Volkswagen weiter vor Telekom

Welches Dax-Unternehmen spielt in der Berichterstattung die größte Rolle? Welches ist am glaubwürdigsten? In der zweiten Auflage des journalist-Barometers zeigt sich, wie Skandale an der Glaubwürdigkeit rütteln – oder eben nicht.

Die großen Autohersteller, die Telekom und die Deutsche Bank spielen in der Berichterstattung deutscher Medien über Dax-30-Unternehmen die größte Rolle. Das ergab eine nicht-repräsentative Online-Umfrage des journalists in Kooperation mit der Mediendatenbank und PR-Software zimpel (news aktuell), an der sich 1.616 Journalisten beteiligt haben.

Mit 34,5 Prozent gab mehr als ein Drittel der Befragten an, dass Volkswagen in den Medien, für die sie arbeiten, die größte Bedeutung habe, gefolgt von Telekom (29,1 Prozent) sowie Daimler (26,8 Prozent) und BMW (26,4 Prozent). Im Vergleich zur ersten Auflage des journalist-Barometers vor einem Jahr ist die Bedeutung von Volkswagen gestiegen. Der Zuwachs dürfte sich durch den Machtkampf zwischen CEO Martin Winterkorn und dem damaligen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch erklären, der kurz vor der Befragung tobte. Mit dem Führungsstreit lässt sich wohl auch der Verlust von Glaubwürdigkeit erklären, die das journalist-Barometer ebenfalls abgefragt hat. Mit einer durchschnittlichen Bewertung von 2,3 fällt Volkswagen auf Platz vier zurück. Im vergangenen Jahr lag der Wolfsburger Konzern auf Rang zwei (2,21).

Glaubwürdigstes Unternehmen unter Journalisten ist wie 2014 BMW. Der Münchner Autobauer steigert seinen Wert von 2,19 auf 2,17. Auf den Rängen folgen der Gasehersteller Linde mit einem Wert von 2,24 (2014: 2,29) und Daimler mit 2,29 (2014: 2,31). Die Lufthansa verbessert trotz des Germanwings-Absturzes ihren Glaubwürdigkeitswert leicht auf 2,37.

Ganz am Ende der Glaubwürdigkeitstabelle rangiert erneut die Deutsche Bank. Die durchschnittliche Bewertung des Konzerns verschlechtert sich auf 3,52 (2014: 3,34). Auf die Frage nach der Bedeutung in der Berichterstattung legt das Finanzinstitut um vier Prozentpunkte zu. Auf den hinteren Plätzen der Glaubwürdigkeitsskala finden sich wie im Vorjahr die Energieriesen Eon (3,19) und RWE (3,13) sowie die Commerzbank (3,17). Die durchschnittliche Glaubwürdigkeit aller Dax-Mitglieder beträgt insgesamt 2,63 (2014: 2,64).

Die geringste Rolle in der Berichterstattung spielen der Spezialchemiehersteller Lanxess (4 Prozent), der Technologiekonzern Infineon (4,2 Prozent) und Gesundheitsriese Fresenius (5,1 Prozent).

An der Umfrage haben sich Journalisten aller Ressorts beteiligt. Mehr als 30 Prozent gaben an, hauptsächlich über Wirtschaft zu berichten, gefolgt von Wissenschaft (25 Prozent) sowie Kultur/Medien (20 Prozent).

Fragestellung 1:

Welche der folgenden Unternehmen spielen in der Berichterstattung des Mediums/der Medien, für das/die Sie arbeiten, die größte Rolle? (Mehrfachantworten möglich)

Fragestellung 2:

Für wie glaubwürdig halten Sie folgende Unternehmen?

1 = sehr glaubwürdig, 2 = glaubwürdig, 3 = weniger glaubwürdig, 4 = überhaupt nicht glaubwürdig, 0 = weiß nicht

Die Zahl innerhalb des Kreises gibt die durchschnittliche Bewertung der Glaubwürdigkeit an.

Teilnehmer: 1.616 in Deutschland tätige Journalisten (Frage 1: 1.503; Frage 2: 1.616). Zeitpunkt der Befragung: 5. Mai bis 21. Mai 2015.

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