Detail-Informationen

Autor

Anna von Garmissen

verfasst am

06.04.2010

im Heft

journalist 4/2010

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Für die April-Ausgabe des journalists hat Olaf Sundermeyer die Redaktion der Mendener Zeitung kurz vor ihrem Aus besucht.

Zuletzt verkaufte die 150 Jahre alte Mendener Zeitung täglich nur noch rund 6.000 Exemplare.

Mendener Zeitung

Redaktionsschluss im Sauerland

Seit 31. März erscheint die Mendener Zeitung nicht mehr. 150 Jahre Zeitungstradition gehen damit zu Ende. Existenzen stehen wohl nicht auf dem Spiel.

Eine Tradition geht zu Ende: Am 31. März erschien die letzte Ausgabe der Mendener Zeitung (MZ). Das zur Verlagsgruppe Ippen gehörende Blatt wurde auf den Tag genau 150 Jahre nach seiner Gründung eingestellt. Zuletzt verkaufte die Zeitung, die im Verbund mit dem Westfälischen Anzeiger (WA) aus Hamm erschien, nur noch rund 6.000 Exemplare. "Für uns ist das eine Niederlage", kommentiert WA-Geschäftsführer Daniel Schöningh das Ende der MZ gegenüber dem Medienmagazin journalist. Nach Schöninghs Angaben haben alle fest angestellten Mitarbeiter Stellenangebote aus der eigenen Gruppe erhalten – zu gleichwertigen Bedingungen. Existenzen stünden nicht auf dem Spiel. Das sieht auch der Deutsche Journalisten-Verband so. "Aber die Stellen sind natürlich weg und kommen nicht wieder", sagt NRW-Landesvorsitzender Helmut Dahlmann. In der Redaktion sind insgesamt 13 Mitglieder von der Schließung betroffen.

In Menden wird die Westfalenpost aus der WAZ-Gruppe künftig die einzige Zeitung am Ort sein. Sie schloss ihrerseits im vergangenen Jahr ihre Lokalredaktionen in Soest und Werl, wo ein Ableger des Westfälischen Anzeigers, der Soester Anzeiger, die höhere Auflage hatte. Die Schließungen ließen – etwa im Gewerkschaftsblog www.medienmoral-nrw.de – den Verdacht von "Absprachen" zwischen den beiden großen Lokalzeitungshäusern WAZ und Ippen aufkommen. Dem widerspricht WA-Geschäftsführer Schöningh vehement: "Dieser Vorwurf ist an den Haaren herbeigezogen." Schöningh verweist auf die Anstrengungen, die man bis zuletzt in Menden unternommen habe, um die Umkehr zu schaffen. "Aber auf lange Sicht war die Westfalenpost dort einfach nicht einzuholen."

Rund 2.500 Abonnenten der Westfalenpost wechselten nach deren Ende in Soest und Werl zum Soester Anzeiger. Eine ähnliche Wanderung ist nun in Menden wohl auch zu erwarten – nur in die andere Richtung.


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