Detail-Informationen

Autor

Catalina Schröder

verfasst am

26.11.2015

im Heft

journalist 12/2015

Die App "Der Abend" – eine Idee, die vor zwei Jahren entstand.

Spiegel-Verlag

Spiegel arbeitet an "Zeitung von morgen"

Der Spiegel arbeitet an einer digitalen Tageszeitung, die schon Anfang 2016 umgesetzt werden könnte. Das Projekt hatte Spiegel-Redakteur Cordt Schnibben vor zwei Jahren angestoßen.

Wie sieht die Zeitung von morgen aus? Das wollte Spiegel-Redakteur Cordt Schnibben vor gut zwei Jahren von Lesern und Chefredakteuren aus ganz Deutschland wissen. Er startete die Zeitungsdebatte 2020. Aus dem Input entstand ein Dummy für eine App namens Der Abend. Die soll einmal das werden, was die Lokalzeitung früher war: "der Marktplatz einer Stadt", aber digital und personalisierbar.

Aus Redaktionskreisen ist jetzt zu hören, dass die App-Idee im Laufe des ersten Quartals 2016 tatsächlich umgesetzt werden soll. Der Verlag bestätigt das nicht: Es gebe bislang noch keinen Businessplan. Dementsprechend könne man auch noch nicht absehen, wann und ob das Projekt umgesetzt werde. Dass eine digitale Tageszeitung auf den Markt komme, sei aber "sehr realistisch". Die Konzeption sei schon sehr weit fortgeschritten, heißt es aus der Pressestelle.

Eines von 15 Digitalprojekten

Bislang ist die App eines von insgesamt 15 Digitalprojekten, an denen der Spiegel-Verlag aktuell arbeitet. Federführend entwickelt wurde sie neben Cordt Schnibben von Oliver Trenkamp, Chef vom Dienst bei Spiegel Online. Der Verlag bestätigte, dass das Entwicklungsteam sich für eine mögliche konkrete Umsetzung des Projekts insgesamt zwölf Stellen wünscht. Ob die neu geschaffen werden, oder ob ein potenzielles Team aus den bestehenden Redaktionen von Spiegel und Spiegel Online zusammengesetzt wird, sei aber völlig unklar.

Klar ist auf jeden Fall, dass der Spiegel nach wie vor sparen muss: Bereits im Sommer verkündete der Verlag, dauerhaft 15 Millionen Euro einsparen zu müssen, um wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben. Am Montag wird sich die Gesellschafterversammlung mit den Sparplänen beschäftigen. Auch das Schnibben-Projekt muss vor einer möglichen Umsetzung von den Gesellschaftern abgesegnet werden.

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Titelthema: VorratsdatenspeicherungWarum Journalisten ihre Informanten nicht mehr schützen können

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Aktuelle Kommentare zu diesem Text

02.12.2015 07:55

Werner Schrittesser

Zeitung von morgen finde ich gut. Eine Zeitung von gestern haben wir mit dem Spiegel ja schon ;)

 
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