„Wir hatten kleine Einzelbüros und ließen die Tür offen. Ein Kollege brüllte immer ‚Der Mensch’ und wir antworteten ‚...ist eine Sau.’ Ein deftiges und liebevolles Ritual. Wenn ich konzentriert schreiben musste, schloss ich die Tür und wurde von den Kollegen in Ruhe gelassen. Technisch waren wir sehr einfach ausgestattet. Olympia-Schreibmaschine, Papier und Telefon. Wenn ich den Artikel fertig hatte, wurde das im Sekretariat mit Durchschlägen abgeschrieben und vom Ressortleiter redigiert. Eine kleine Marotte hatte mein Chef. Wenn ich telefonierte, benutzte er die Gegensprech-Anlage, um mir mitzuteilen, dass ich in sein Büro kommen solle. Generell war die Atmosphäre sehr angenehm“, erläutert der ehemalige Spiegel-Redakteur Walter Tauber im journalist.de-Interview. 

07.12.16 Frank Schmiechen, Chefredakteur von Gruenderszene.de ist vorsichtig in seinen Vorhersagen bei Unternehmensgründungen, die 2017 für Überraschungen sorgen könnten: „Man kann das nur schwer auf einzelne Startups zuspitzen. Bei Fintechs wird einiges passieren, weil selbst in Deutschland gelernt wird, dass es etwas anderes gibt als Bargeld und Banken. Dann gibt es unsere Helden im E-Commerce, die immer weiter wachsen. Etwa Lesara Online Shop (Lesara.de), so eine Art Primark im Netz.“ 

obs/Axel Springer Akademie

05.12.16 Lässt sich Snapchat auch bei der Vermittlung von ernsten Themen nutzen? Taugt das am schnellsten wachsende soziale Medium, das seinen Erfolg bei Teenagern vor allem Filtern und Spaß-Funktionen verdankt, für Qualitätsjournalismus? Mit dieser Frage beschäftigen sich 16 junge Reporter der Axel Springer Akademie und starten heute ein außergewöhnliches Experiment: Mit dem Format "sachor jetzt!" bringen sie das Thema Holocaust auf Snapchat. "Sachor" ist das hebräische Wort für "Erinnere dich" - hier setzt das journalistische Projekt an, das sich speziell an 14- bis 16-Jährige richtet: Die jungen Reporter spüren Zeitzeugen auf, sprechen mit Überlebenden, stellen zentrale Orte der Shoah vor - verdichtet in Snapchat-Geschichten, für die sie ein neues Storytelling entwickelt haben, und aufbereitet nach journalistischen Qualitätskriterien.

Medien/Wahlforschung

Trump und Big Data

04.12.16 HAT EIN BIG DATA PSYCHOGRAMM TRUMP WIRKLICH DEN SIEG GEBRACHT? Nicht wirklich. 

02.12.16 Der Blogger Johannes Mirus beschreibt sehr schön, wie sich der Medienkonsum in den vergangenen Jahren radikal verändert hat. "Um zu wis­sen, was ich le­sen soll, ha­be ich ei­ni­ge Quel­len, die wie­der­um Quel­len durch­fors­ten. Aus de­ren Er­geb­nis su­che ich mir Tex­te her­aus, die ich ger­ne le­sen möch­te. Das ist al­les Ar­beit und ich bin über­aus dank­bar für all die Leu­te, die mir hel­fen, In­ter­es­san­tes zu fin­den."

28.11.16 "Jungpolitiker" und ehemaliger DAX-Vorstand Thomas Sattelberger folgte der Einladung der Hochschule Fresenius, Fachbereich Wirtschaft & Medien, in den Kölner MediaPark und referierte zum Thema "Wirtschaft im Umbruch - Im Spannungsfeld von Ethik und Innovation". Dabei betonter er besonders, wie dringend in deutschen Führungsetagen kreative Querdenker benötigt würden und warum eine starke Gründerszene für die Wirtschaft so wichtig sei.

Sattelberger nahm vor rund 250 Studierenden, Dozenten und externen Besuchern kein Blatt vor den Mund. Schonungslos rechnete er mit vielen der Großunternehmen in Deutschland ab und führte die Besucher auf eine Reise durch die Skandale namhafter Konzerne. Dabei kritisierte er die starre und hierarchische Atmosphäre in Großkonzernen, die für junge und kreative Querdenker Gift sei. Querköpfe seien gefordert, Ideen in Unternehmen einzubringen und müssten in der Lage sein, mit tradierten Unternehmenskulturen zu brechen. Besonders wichtig für die deutsche Wirtschaft sei zudem eine starke Gründerszene.

25.11.16 Große Teile der Betriebswirtschaftsleere sind in den 1960er Jahre stecken geblieben. „Das war die Zeit, als Großkonzerne die Organisationsform à la mode waren“, schreibt Axel Gloger in seinem Buch „Betriebswirtschaftsleere – Wem nützt die BWL noch?“. Die meisten Fakultäten züchten Nachwuchs für Konzerne, Staat und Unternehmensberatungen. 

Wissenschaft/Soziologie

Gobale Elite ziemlich lokal

23.11.16 Wenn es eine globale Wirtschaftselite oder gar eine globale Elite unter Einschluss der einflussreichsten Politiker und Mitglieder der anderen Eliten nicht gibt, dann eröffnet das nach Ansicht des Soziologen Hartmann politische Handlungsspielräume. 

22.11.16 Der diesjährige Herta-Seebaß-Medienpreis der Deutschen Rheuma-Liga geht an eine Produktion des Bayerischen Fernsehens. Autorin des Films und Preisträgerin ist die Journalistin Jutta Henkel. 

21.11.16 Früher konnte sich ein Aufsichtsrat mit dem Hinweis entlasten, über bestimmte Themen nicht informiert worden zu sein. Man traf sich in noblen Hotels in Flughafennähe, genoss ein üppiges Buffet und nickte die Beschlussvorlagen des Vortandes ab. Fertig. Diese Zeiten sind vorbei. Die Anforderungen steigen. “In vergangenen Jahren, insbesondere seit der Finanzkrise 2008, hat sich die Rechtsprechung grundlegend verändert”, weiß Johannes Steinel von PWC. Fakten über unzureichende Liquidität oder Fehler des Top-Managements müssen von den Mitgliedern der Kontrollgremien eingeholt werden. Die Beweislast hat sich umgekehrt. 

17.11.16 Mehr als 90 Prozent der jungen Erwachsenen sind bereits mit Hassbotschaften im Internet konfrontiert worden. Die Landesanstalt für Medien <wbr />Nordrhein-Westfalen (LfM) begegnet der Stimmungsmache im Netz mit Aufklärung und der Förderung von Medienkompetenz und digitaler Zivilcourage. Der heute Medienkompetenzbericht nimmt den Umgang mit Hassrede als eine zentrale Herausforderung des vergangenen Jahres in den Blick und macht darüber hinaus die ganze Bandbreite der Themen und Aktivitäten der LfM-Medienkompetenz sichtbar.

16.11.16 Es gibt in der Marktforschung Zeitgenossen, die aus der Untersuchung von erfolgreichen Firmen konkrete Handlungsanweisungen ableiten, um genauso erfolgreich wie die analysierten Organisationen zu werden. Der Psychologe Dan Kahneman zitiert eines der bekanntesten Beispiele dieses Genres: „Immer erfolgreich“ von Jim Collins und Jerry I. Porras. Es enthält eine gründliche Beschreibung von 18 konkurrierende Unternehmenspaarungen, bei denen eines erfolgreicher war als das andere. Jeder Vorstandschef, Manager oder Unternehmer sollte nach Auffassung der beiden Autoren dieses Buch lesen, um visionäre Firmen aufzubauen. Für Kahneman ein Irrweg: „Wenn man weiß, wie wichtig der Faktor Glück ist, sollte man besonders argwöhnisch sein, wenn aus dem Vergleich von erfolgreichen und weniger erfolgreichen Firmen hochkonsistente Muster hervorgehen. Wenn der Zufall seine Hand im Spiel hat, können regelmäßige Muster nur Illusionen sein.“ Nach dem Erscheinen des Collins-Porras-Buches schwand der Abstand in Ertragskraft und Aktienrendite zwischen den herausragenden und den weniger erfolgreichen Firmen praktisch auf null. Über einen Zeitraum von zwanzig Jahren erzielten die Unternehmen mit den schlechtesten Bewertungen im weiteren Verlauf viel höhere Aktienrenditen als die am meisten bewunderten Kandidaten.

 

15.11.16 Goethe created a small, but highly influential European public sphere. He sought and found allies for his world-literary endeavor to create a transnational communication system. Goethe does not define World Literature as a canon, but rather as an action plan to overcome nationalist delusion. It was not primarily about reading works of literature, but gaining a basic knowledge of other countries’ cultures. The Prince of Poets saw himself as a catalyst to build a European readership.

15.11.16 Inzwischen nutzen 79 Prozent der Deutschen das Internet. Insbesondere im Bereich der digitalen Kompetenz schneidet die Bevölkerung im Vergleich zum Vorjahr schlechter ab (-5 Indexpunkte). Das Schwerpunktkapitel Digitalkompetenzen verdeutlicht: Der digitalen Zukunft begegnen die Menschen mit geringen Kompetenzen. So nutzen zwar etwa 72 Prozent der Gesamtbevölkerung Suchmaschinen, doch nur 58 Prozent können mit hoher Kompetenz Internetrecherchen durchführen. Nur 37 Prozent beziehen mehrere Quellen mit ein und nur 15 Prozent betrachten Ergebnisse jenseits der ersten Seite der Suchmaschinen.

15.11.16 Fornasier und sein Team von der TU München untermauern, wie überraschend einfach es ist, auf der Grundlage beobachteter Daten über die Dynamik präzise mathematische Modelle für bestimmte relativ einfache Gruppeninteraktionen automatisch zu produzieren. Mit Computersimulationen können die Mathematiker damit mögliche kollektive Verhaltensmuster einer großen Anzahl sich wechselseitig beeinflussender Individuen in einer aktuellen Situation beschreiben. „Im nächsten Schritt können wir damit auch Vorhersagen über künftiges Verhalten treffen“, sagt Fornasier. „Und wenn wir das Verhalten einer Gruppe interagierender Agenten vorausberechnen können, ist es nur noch ein kleiner Schritt sie auch steuern zu können.“

14.11.16 Kaum ein anderes Unternehmen weiß so viel über seine Nutzer wie Facebook. Mit jedem Klick erfährt das soziale Netzwerk mehr und verwandelt diese Informationen mittels personalisierter Werbung in bares Geld. In der aktuellen Ausgabe 24/16 des Computermagazins c’t wird die Datensammelwut der Plattform analysiert und erklärt, wie man kontrollieren kann, welche Informationen Facebook sammelt.

Medien/Social Web

Spontan-TV leicht gemacht

14.11.16 Besonders die Nutzung von YouTube ist in Deutschland eher schwach ausgeprägt. Dabei ist es mit Livestreaming- Diensten wie Periscope kinderleicht, ohne großen technischen, finanziellen, zeitlichen und organisatorischen Aufwand Videos zu produzieren. Man startet mit dem Smartphone die App, drückt auf Senden und schon geht die Übertragung los. In der Regel liegen die Aufnahmen direkt als Konserve vor, ohne die eigene Mediathek in Anspruch zu nehmen und wertvollen Speicherplatz auf den mobilen Geräten zu blockieren sowie ohne Notwendigkeit des Hochladens auf Youtube oder Facebook.

11.11.16 Es ist schon erstaunlich, dass bei der inflationären Verwendung des Begriffs „Innovation“, der Ökonom Joseph A. Schumpeter als Vater der Innovationstheorie in betrieblichen und volkswirtschaftlichen Gestaltungsfragen ein Schattendasein führt. Das bemängelt Professor Jochen Röpke Philipps-Universität Marburg in der Einführung der Schumpeter-Frühschrift „Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung“.

Die Wortwendung „schöpferische Zerstörung“ fehlt in kaum einem Vortrag eines digital-transformatischen Keynote-Sprechers unserer Tage. Gleiches gilt für den Wirtschaftsjournalismus. Doch niemand scheint sich die Mühe zu machen, die Werke von Schumpeter zu lesen. 

 

 

Webtipps zum Wochenende

Wir haben heute gelesen ...

Die Maschinen werden immer intelligenter. Und wir?
"Watson, wir haben ein Problem." Ein langer, langer Text über Künstliche Intelligenz: "Wir stehen an der Schwelle einer neuen industriellen Revolution, die sich leiser und unsichtbarer vollzieht als alle vergangenen, weil Algorithmen weder wummern und stampfen wie einst Dampfmaschinen, noch Autotüren umherwirbeln wie Fertigungsroboter. Unsere Arbeitswelt wird schon in wenigen Jahren eine völlig andere sein." (Zeit Online)

Redaktionswerkstatt

Floskel des Monats: zeitgleich

22.09.16 Für den journalist analysiert das sprach- und medienkritische Webprojekt Floskelwolke.de einmal im Monat, mit welcher Phrase oder Floskel Journalisten gerade besonders häufig danebenliegen. weiter

DJV

Von Trollen und Tools – Besser Online tagt in Berlin

21.09.16 Am Wochenende schon was vor? Am Samstag veranstaltet der DJV zum 12. Mal die Tagung Besser Online. Diesmal in Berlin. weiter

Martin Hoffmann

Was gibt's Neues, Resi?

20.09.16 Martin Hoffmann (30) hat seinen Posten als Leiter der Social-Media-Redaktion bei der Welt gekündigt, um ein Nachrichten-Start-up zu gründen. Das heißt Resi und ist gerade gestartet. Resi ist ein Bot, genauer gesagt ein Chatbot: Der sieht ein bisschen aus wie WhatsApp und spricht mit seinen Nutzern über News. weiter

#vergessen

Themenidee: K.O-Tropfen – Lieferung frei Haus

17.08.16 K.O.-Tropfen: So leicht kann man sie im Internet bestellen – ein Thema, das Redaktionen bislang weitgehend übersehen haben. weiter

Rundfunkbeitrag

Absenken - ja oder nein?

15.08.16 Exklusiv: Der journalist hat bei allen 16 Bundesländern nachgefragt. Rundfunkbeitrag absenken oder nicht? 2 tendieren zu ja, 6 zu nein, der Rest ist noch unentschieden. weiter

Umfrage

Was raten Sie jemanden, der ein News-Start-up im Lokalen gründen will?

11.08.16 Nach und nach geben in Deutschland kleine lokale Newsseiten auf. Das Problem: zu viel Idealismus, zu wenig Businessplan. Das heißt nicht, dass es nicht auch funktionieren kann.  weiter

DJV

Aus den DJV-Landesverbänden

11.08.16 Mindestens einmal im Jahr treffen sich die Mitglieder des Deutschen Journalisten-Verbands zu Gewerkschaftstagen in ihren Landesverbänden. Auf der Tagesordnung stehen aktuelle Themen, Vorstandswahlen und DJV-Interna. Hier eine Übersicht über die wichtigsten Themen von Schleswig-Holstein bis ins Saarland. weiter

Redaktionswerkstatt

Floskel des Monats: Hochdruck

10.08.16 Für den journalist analysiert das sprach- und medienkritische Webprojekt Floskelwolke.de einmal im Monat, mit welcher Phrase oder Floskel Journalisten gerade besonders häufig danebenliegen.  weiter

Presseversorgungswerk

Ist die Lebensversicherung noch attraktiv, Herr Hoffmann?

09.08.16 Das Versorgungswerk der Presse bietet seinen Versicherten eine gute Rendite und ist – anders als die Branche – auf Wachstumskurs. Dem journalist erklärt Geschäftsführer Manfred Hoffmann, wieso die Bilanz so positiv ausfällt und was sich hinter Begriffen wie "Garantiezins" und "Zinszusatzreserve" verbirgt. weiter

Jochen Wegner

"Wir sind anders"

09.08.16 Jetzt wagt sich auch Zeit Online an eine Paywall. Chefredakteur Jochen Wegner nennt im journalist-Interview erstmals Details zur Online-Bezahlstrategie bei der Zeit.  weiter

Datenbank aktualisiert

40 Journalistenpreise online

08.08.16 Hier geht es zu den Ausschreibungen ... weiter

Datenbank aktualisiert

Auf der Suche nach einem Stipendium?

03.08.16 Hier geht es zu 28 aktuellen Ausschreibungen ... weiter

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