Detail-Informationen

Autor

Interview: Jan Freitag

Fotos: Christian O. Bruch

verfasst am

06.03.2013

im Heft

journalist 3/2013

facebooktwitterdel.icio.usMister Wongdigg.comaddthis.comMa.gnolia

"Mich ärgert, dass ich mein Verhalten stets reflektieren soll, nur weil es andere mit ihrem nicht tun."

Sexismus

"Was heisst hier Objekt?"

Eigentlich will sie nur berichten und nicht selbst Thema werden. Doch seit Annett Meiritz im Spiegel einen Text über die Piratenpartei geschrieben hat – und das Brüderle-Porträt im Stern erschien – ist eine Debatte über Sexismus losgebrochen. Eine, die auch Annett Meiritz als Mensch einbezieht. Dem journalist erzählt die 30-Jährige, warum sie über die Piratenangriffe geschrieben hat, wieso halboffizielle Termine zum Beruf gehören und weshalb es nicht ihre Aufgabe ist, Gesprächspartner zu erziehen.

journalist: Frau Meiritz, wie ist das Leben einer Journalistin so in Deutschland?

Annett Meiritz: Einer jungen Journalistin, haben Sie vergessen. Einer jungen, politischen. Eigentlich ist es ein schönes Leben, weil mein Geschlecht – so dachte ich zumindest bis vor einem Jahr – keinerlei Nachteile mit sich bringt.

Das sehen Sie jetzt anders?

Ich sehe es differenzierter. Aber ich beschwere mich nicht über die Arbeitsbedingungen, sondern beobachte, dass Männer und Frauen einfach unterschiedlich wahrgenommen und behandelt werden.

Was Sie im Spiegel auch angeprangert haben.

Das war eher eine nüchterne Zustandsbeschreibung, ich habe meinen Essay bewusst nicht in einem jammernden Tonfall geschrieben.

 

Essay, Annett Meiritz sagt nicht Feature, Reportage oder einfach Artikel, sie sagt "Essay". Vom Wortsinne her also ein "Versuch", so als dürfe sich die erfahrene Journalistin von 30 Jahren nur mit größter Vorsicht an dieses Thema herantasten. Wie nötig diese Vorsicht ist, erfuhr auch Meiritz' gleichaltrige Kollegin Laura Himmelreich zehn Tage später, als sie im Stern über ihre Erfahrungen mit FDP-Politiker Rainer Brüderle berichtete. Annett Meiritz ist Berliner Hauptstadtkorrespondentin von Spiegel Online, und sie ist zum wiederholten Male zum Objekt manifester Frauenfeindlichkeit geworden. Nicht von irgendwem, sondern von denen, über die sie sonst berichtet: den Piraten, diesem Partei gewordenen Nonkonformismus, bei dem strukturelle Diskriminierung via Geschlecht vielleicht als letztes zu vermuten gewesen wäre. In ihrem Spiegel-Text mit dem Titel "Man liest ja so einiges über Sie" erzählt sie von einer Verleumdungskampagne gegen sie, die Mitglieder der Piratenpartei lostraten. Ihr wurden Bettgeschichten mit einem Parteimitglied unterstellt, sie setze ihre körperlichen Reize ein, um an Informationen zu kommen. Zwei Piraten nannten Meiritz in einem Twitter-Dialog eine Prostituierte.

 

Halten Sie die Verleumdungen mancher Piraten für Ausnahmen oder die Regel?

Die meisten Kontakte zu Politikern aller Parteien sind höflich und professionell. Aber zusammen ergeben die Ausnahmen ein Muster. Man wird als Frau anders behandelt, im Gespräch weniger ernst genommen, sogar, wie in meinem Fall, übers Geschlecht verleumdet.

Was eher subtile Machtmechanismen als greifbare Belästigungen sind.

So scheint es, weshalb Betroffene ungern darüber sprechen. Falls es sich mit Rainer Brüderle zugetragen hat, wie Laura Himmelreich berichtet, ist das ein offener Übergriff. Die meisten Anzüglichkeiten ziehen jedoch ein "Aber" nach sich, das auf besondere Umstände verweist, mit zwei Gläsern Wein im Spiel und Auslegungsspielräumen.

Willkommen in der Grauzone!

Die ich keinesfalls akzeptiere! Selbst nach einem Parteiempfang an der Bar bin ich Journalistin und der Politiker Funktionsträger. Umso absurder ist es, dass ich auf Veranstaltungen aller Parteien erlebe, wie Journalisten stundenlang mit Politikern beieinander hocken, Witze reißen, vertraulich sind, während uns Journalistinnen verstohlen zugeflüstert wird, ob man sich nicht lieber abseits des Parteitags treffen wolle, sonst gäb's nur Gerede ... Ich finde es unerträglich, dass da für Männer und Frauen ungleiche Regeln herrschen.

"Es gibt Journalistinnen, die im Netz streuen, einen Freund zu haben, um Gerüchten vorzubeugen."

Ist das schon handfester Sexismus oder noch strukturelle Ungleichheit?

Da ist der Übergang fließend. Die Verleumdungsmechanismen mancher Piraten fußen auf einem sexistischen Grundverständnis, nach dem Journalistinnen unfähig sind, tiefere Erkenntnisse anders als über körperliche Gefälligkeiten zu kriegen.

Oder auf dem taktischen Kalkül, die Journalistin da anzugreifen, wo sie verwundbar sein könnte.

Darüber habe ich auch nachgedacht, aber letztlich liegt dem wohl doch ein unreflektiert sexistisches Weltbild zugrunde, das bei so einer Partei nur ungleich radikaler publiziert wird. Männliche Kollegen, die ähnlich tief in die Materie eingetaucht sind, bleiben von Vorwürfen der Prostitution oder angeblichen Bettgeschichten ja verschont. Deshalb gibt es Journalistinnen, die im Netz streuen, einen Freund zu haben, um Gerüchten vorzubeugen. Ich glaube, Piraten denken da nicht so strategisch.

Andere Parteien schon?

Zwischen Politiker und Journalist geht es parteiübergreifend um ein Machtspiel: Der eine will nur das Nötigste preisgeben, der andere alles wissen. Mit Männern wird jedoch auf Augenhöhe gespielt, mit Frauen nicht. Da versuchen selbst Minister, die junge Reporterin mit Aussagen über ihr Aussehen zu verunsichern. Das übt keiner abends vorm Spiegel, aber vielleicht beginnen jetzt ja einige, diese Mechanismen zu hinterfragen.

 

Das wäre an der Zeit, denn Journalismus und Politik sind wie alle gesellschaftlichen Spielfelder jenseits der Kita immer noch fest in Männerhand. Auch Redaktionen werden meist nur dann von Frauen geführt, wenn es darin um die fünf großen K geht: Kleidung, Kosmetik, Küche, Komfort, Kinder. Und falls sich all dies ohne Mehraufwand für den zugehörigen Mann vereinbaren lässt: Karriere. Gut 100 Magazine solchen Inhalts werden mit einer Gesamtauflage oberhalb der 20 Millionen gedruckt – gefangen "im Muff der 50er Jahre", wie die renommierte Zeitschriftenentwicklerin Bettina Wündrich schreibt. Das perpetuiert nicht nur bestehende Strukturen, es wirkt auch zurück auf den Journalismus, der sich vielerorts beeilte, die Schuldfrage umzudrehen, als die Sexismus-Debatte ihren Lauf nahm. Was daraus wird? Annett Meiritz zuckt mit den Schultern.

 

Glauben Sie, dass diese Debatte nun wirklich etwas bewegt?

Insofern, als ihre bloße Existenz das Thema neu ins Bewusstsein rückt. Zumal es nicht in einem feministischen Forum anfing, sondern in Qualitätsmedien. Nach kürzester Zeit wurde daraus jedoch eine völlig überdrehte Debatte darüber, was man mit welchem zeitlichen Abstand überhaupt schreiben dürfe.

Um davon gezielt abzulenken?

Es fiel schon auf, wie rasch die Aufmerksamkeit auf journalistische Methoden schwenkte. Der eigentlichen Debatte tat das sicher nicht gut.

Die aber inmitten digitaler Zeiten immerhin mal von alten Medien angestoßen wurde.

Aber ohne das Netz als Brandbeschleuniger hätte sie nie diese Dimension erreicht. Das Ping-Pong-Spiel zwischen klassischen und neuen Medien hat der Debatte allerdings eine besondere Dramaturgie verpasst. Eine Bewegung wie #Aufschrei gilt eben nicht mehr als Ansammlung verrückter Twitterer, sondern wird publizistisch ernst genommen.

Ist es bereits ein Zeichen antisexistischer Umtriebe, dass Journalistinnen wie Sie ihre Erfahrungen in Magazinen wie dem Spiegel aufschreiben dürfen?

Medien machen ihre Arbeitsprozesse zusehends transparent, was dazu führt, dass Journalisten in der Regierungsmaschine twittern, wie die Kanzlerin gerade guckt. Dennoch gibt es weiter geschlossene Räume. Und wenn die Verleumdungen gegen mich in Mails oder Drohbriefen erfolgt wären, hätte ich die auch verschlossen gehalten. Das alles lief jedoch im Netz ab, für alle ersichtlich – da musste ich schon deshalb reagieren, um die Kontrolle nicht zu verlieren.

"Die Verleumdungsmechanismen mancher Piraten fußen auf einem sexistischen Grundverständnis, nach dem Journalistinnen unfähig sind, tiefere Erkenntnisse anders als über körperliche Gefälligkeiten zu kriegen"

Was würden Sie denn tun, wenn Ihnen aus dem Bundestag ein Dildo mit der Zeile "Auf gute Zusammenarbeit" zuginge? Sie erwähnen in Ihrem Text diese Anekdote aus dem Buch von Ursula Kosser, die sich tatsächlich in den 80er Jahren so zugetragen haben soll.

Ich würde zu unserer Rechtsabteilung gehen. Die Zeiten sind Gott sei Dank vorbei. Da wäre heute jeder Politiker weg vom Fenster.

Das waren die alten Zeiten, Männerzeiten.

Schon. Aber auch wenn die alten Herrenzirkel aussterben, bleibt das Prinzip kumpelhafter Vertraulichkeit am Leben. Ich war gerade zu Beginn meiner Karriere oft fassungslos, wie oft bei Journalistinnen das Geschlecht thematisiert wird. Frauenfeindlichkeit wird nicht abgeschafft, sondern subtiler.

Die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung schreibt dazu, wer sich auf das Spiel von Nähe einlasse, dürfe sich über die Folgen nicht beklagen.

Dem stimme ich insofern zu, als man auf der halbprofessionellen Ebene an der Bar mit halbprofessionellen Ergebnissen rechnen muss. Dennoch gehört es zum Berufsverständnis von Politikern wie Journalisten beiderlei Geschlechts, in jeder Situation respektvoll miteinander umzugehen.

Wobei Sexismus ja auch ein bisschen mehr als halbprofessionell ist.

Absolut. Aber nur, weil mir eine blöde Anmache drohen könnte, kann ich mich der inoffiziellen Seite meines Berufes nicht entziehen. Es mag ja fraglich sein, was das übliche Gelage vorm Dreikönigstreffen der FDP journalistisch bringt, aber als Menschen lernt man einen Politiker nicht nur zwischen 8 und 17 Uhr kennen. Und viele meiner Informationen über die Piraten hätte ich auf rein offiziellem Weg kaum gekriegt. Deshalb bin ich dankbar für jedes Gespräch abseits steriler Büros oder Pressekonferenzen, wo man ohne Formalitäten stundenlang über alles Mögliche, vor allem aber Politik reden kann. Wichtig ist nur, dass man vertraulich-professionelle Nähe nicht mit Freundschaft verwechselt.

Glauben Sie, dass diese Art Nähe jetzt in Distanz umschlägt?

Ich merke schon jetzt bei einigen Piraten, dass ein neues Bewusstsein dafür entsteht, wie angreifbar sie ihr Handeln machen kann. Das ist ja erst mal positiv, kann allerdings auch zu weit führen. Wenn Wolfgang Kubicki sagt, er steige nun mit keiner Journalistin mehr ins Auto, klingt das, als würden Männer im Kontakt mit Frauen ihr Gehirn abgeben. Falls ich zu einem Politiker ins Auto steige, will ich über ihn berichten, wofür ich auch weiterhin mit Politikern an Hotelbars sitzen werde.

Als Laura Himmelreich nach ihrer Veröffentlichung auf einem Pressetermin auftauchte, wurde ihr Erscheinen selbst Gegenstand der Berichterstattung. Hat das Ganze auch Ihre Arbeit verändert?

Nein, ich stand ja nie so im Fokus wie Laura Himmelreich. Ein Kollege sagte gerade zu mir, wir müssen aufpassen, stets Beobachter zu sein, nie Akteure. Insofern war der Essay das Maximum dessen, was ich mit mir als handelnde Person verfasst habe. Die anschließende Debatte kann ich sehr gut von mir abstrahieren.

Sie sind als Objekt austauschbar.

Was heißt hier Objekt? Ich nehme mich da nicht wichtig, auch wenn ich den Anstoß gegeben habe.

Tragen Sie denn auf Terminen nun lieber Hosenanzug oder Etuikleid?

 

Annett Meiritz lacht.

Im Artikel ärgert sie sich, dass Kleidung, Auftritt, selbst der Gesprächsort ständiges Abwägen möglicher Folgen erfordern. Die Frage, ob sie Hosenanzug oder Etuikleid trage, sei keine von Stil und Wetter, sondern eine strategische. Hier, im futuristischen Spiegel-Haus, trägt sie Kleid und Keilabsätze, sie ist überhaupt recht feminin, mit langem Haar und offenem Lachen, bei dem oft eine Braue hochrutscht. Wobei – wären solche Äußerlichkeiten überhaupt der Rede wert, wenn Annett Meiritz ein Mann wäre? Aber dann wäre ohnehin vieles anders. Dann ginge ihre Chance auf eine Ressortleitung abseits des Lifestyle-Segments nicht gegen null, von höheren Aufgaben ganz zu schweigen. Dabei ist die gebürtige Schwerinerin exzellent ausgebildet: Studium der Geschichts- und Medienwissenschaften in Düsseldorf, Volontariat an der Berliner Journalistenschule, Politikredakteurin bei Spiegel Online mit Mitte 20, unterbrochen von einem Jahr Australien und Neuseeland, bis sie 2011 ins Berliner Büro wechselt, wo sie neben den Piraten gern über digitale Themen schreibt. Über Mode schreibt sie nie.

 

Ein gewisser Dresscode ist Teil der professionellen Verantwortung. Man würde ja auch keinen Kollegen ernst nehmen, der in Shorts zum Interview kommt. Aber als ich gemerkt habe, dass ich zu Politikergesprächen meist Hosenanzug trage, fragte ich mich: warum eigentlich?

Um sich in einer Männergesellschaft mit deren Uniform zu panzern?

Und sich so unangreifbar zu machen – vielleicht. Inzwischen mache ich mir darüber aber keine Gedanken mehr.

Als bekannt wurde, dass Laura Himmelreich nach dem Abend mit Brüderle noch mehrfach mit ihm ins Auto gestiegen ist, wurde ihr Ressortleiter kritisiert, dass er sie nicht vor ihm geschützt hätte.

Ich kenne Laura Himmelreich und habe nicht das Gefühl, dass sie ein Opfer ihrer Chefredaktion oder Ressortleitung ist. Sie hat stets selbstbewusst gehandelt.

"Falls ich zu einem Politiker ins Auto steige, will ich über ihn berichten, wofür ich auch weiterhin mit Politikern an Hotelbars sitzen werde"

Haben Sie sich selbst in Ihrem Beruf je schutzbedürftig gefühlt?

Nie, ich war höchstens mal perplex, wenn versucht wurde, mich über Äußerlichkeiten zu verunsichern. Aber nach einer irritierten Sekunde ging es stets weiter. Was mich daran ärgert, ist, dass ich mein Verhalten stets reflektieren soll, nur weil es andere mit ihrem nicht tun. Es ist doch nicht meine Aufgabe, den Gesprächspartner zu erziehen. Sicher setze ich Grenzen, diese Souveränität ist eine Kernkompetenz jeder modernen Frau. Aber die Debatte hat sich viel zu viel vom Handeln der Männer zur Reaktion darauf verlagert. Dabei ging es ums alte Sandkastenspiel: Wer hat angefangen? Das ist die falsche Debatte.

Die richtige wäre eine umfassende darüber, wo Frauen überall von Sexismus betroffen sind. Der reicht vom altväterlichen der Generation Brüderle über den subtilen der Generation Piraten bis zum selbstbestimmten der Generation Heidi Klum. Ist Ihnen einer davon besonders zuwider?

Schwer zu sagen. Ich empfinde weibliche Nacktheit im öffentlichen Raum zum Beispiel weit weniger problematisch als soziale Abhängigkeiten oder berufliche Nachteile wegen des Geschlechts.

Nennen Sie sich trotz dieser Einschränkung Feministin?

Nein, auch wenn ich viele feministische Forderungen unterschreiben kann. Die Debatte hat mich zwar wacher gemacht, Feministinnen von Alice Schwarzer bis Charlotte Roche zeigen aber, dass Feminismus zu viele Gesichter hat, um den Begriff einfach zu übernehmen. Außerdem mag ich keine Etiketten.

Die Piraten haben Sie umstandslos um Entschuldigung gebeten. Nehmen Sie die an?

Ich nehme sie zur Kenntnis. Es geht schließlich nicht um eine persönliche Auseinandersetzung zwischen der Partei und mir.

Freuen Sie sich denn auf die nächsten Hintergrundgespräche?

Ja. Klar. Ich schreibe auch weiterhin gern über die Piraten.

Über den Autor

Jan Freitag ist freier Medienjournalist in Hamburg. Hier geht es zu seinem Blog.

 

Die März-Ausgabe des journalists ist erschienen. Hier geht es zum E-Paper.

Titelthema: Die große Unbekannte. Wie sieht es hinter der Fassade der Frankfurter Allgemeinen Zeitung aus?

Jetzt Probeabo bestellen: Hier gibt es die kommenden drei Ausgaben zum Kennenlernpreis von 5 Euro.

Aktuelle Kommentare zu diesem Interview

05.04.2013 00:12

Karola Bady

Liebe KollegInnen.

Die Form eines Artikels ist für mich in dieser Sache so wenig wichtig wie die Frage, wer zuerst angefangen hat. Das dazu. Mit meiner eigenen Erfahrung als Volontärin und später Redakteurin kann ich der Kollegin Meiritz nur beipflichten und die Kollegin Himmelreich würde ich gern unterstützen, weil ich die Rede von ausgerechnet Charmeur Kubicki beim Parteitag völlig daneben fand! Laura Himmelreich indirekt zu beleidigen, weil er sagte, dass er vorsichtig sein müsse, wie er formuliert, da "Frau Himmelreich ja anwesend" sei, fand ich grob unter Null. Früher hatte ich mal Achtung vor ihm und fand seine typisch männlichen Formulierungen noch witzig. Heute ist er untendurch.

Bravo, Frau Meiritz, Hochachtung, Frau Himmelreich!

08.03.2013 13:32

Jan Meier

Lieber Herr Freitag,

ein Interview ist ein Interview ist ein Interview. Wenn Sie als Interviewender zu dem Thema noch etwas sagen wollen, schreiben Sie einen ergänzenden Kommentar. Dieses seltsame Herumgeschwurbel in kursiv ordnet nicht ein, es irritiert. Ich glaube, die Antworten von Annett Meiritz können sehr gut für sich alleine stehen.

07.03.2013 14:25

Mr. S.

Annett Meiritz sagt nicht Feature, Reportage oder einfach Artikel, sondern "Essay", weil der Artikel kein Feature und keine Reportage war, sondern ein Essay (und der Begriff "Artikel" genauso nichtssagend gewesen wäre wie "Text").

Die dazu angestellten Mutmaßungen über die angebliche Vorsicht der Autorin sind deshalb reines Blabla. (Für die Ethymologie dieses Gattungsbegriffes kann Frau Meiritz nun mal nichts.) Der Essay war vielmehr mutig – aber völlig berechtigt und der Sache in jeder Hinsicht – auch in der Form – absolut angemessen. (Was man von anderen, im selben Atemzug erwähnten journalistischen Arbeiten m.E. nicht so ohne weiteres sagen kann.)

07.03.2013 12:58

W.U. Krugmann

Sich sellbst "ständig" reflektieren, ist eine Last? Was anderes als das ist das Ziel der christlichen, buddhistischen und humanistischen Kontemplation. Und man lernt es, z.B. in der Ausbildung zur Familientherapeutin. Damit ist man anderen voraus. Und dreht sich nicht im Kreise ...

07.03.2013 07:09

Tom G.

Ein intessantes Gespräch, eine wichtige Debatte. Allerdings finde ich es teilweise überzogen. "Zwei Piraten haben sie auf Twitter Prostituierte genannt": Das ist zwar nicht schön und sicher verletzend, aber vergleichsweise harmlos.

06.03.2013 20:32

Wolf-Dietrich Fontane

Ein wichtiges Interview nach der "Debatte im Spiegel" und "dem #Aufschrei".
Der Bundespräsident spricht von 'Tugendfuror', man könnte auch meinen von 'Furien', wo er doch größere Probleme nicht beobachtet habe.
Mit anderen Worten, Sexismus ist eigentlich kein Thema, man sollte wieder zum Alltag zurückkehren.

Das sagt der Mann, der unser Land repräsentieren soll, selbst aber mit zwei Frauen lebt, nicht geschieden, die Geliebte aber als 'first lady' anbietet.

 
Anzeige: 1 - 6 von 6.
 
Viavision
Viavision