Detail-Informationen

Autor

Matthias Daniel

verfasst am

03.12.2013

im Heft

journalist 12/2013

Mehr zum Thema im Heft

  • 12/2013: Sprechen wir übers Geschäft. Titelgeschichte über Unternehmertum und Geschäftsmodelle freier Journalisten weiter

Mehr zum Thema auf journalist.de

  • 1. Dezember 2014: Sprechen wir übers Geschäft – Die Bilanz. Ein Jahr, eine Frage, 13 Antworten und viele verschiedene Geschäftsmodelle. Benjamin O'Daniel zieht Bilanz: So überlebt man als freier Journalist weiter

Freie Journalisten

Und wie läuft es bei Ihnen?

Mit der Dezember-Ausgabe 2013 startet der journalist seine neue Serie Sprechen wir übers Geschäft. Worum es geht, erklärt Chefredakteur Matthias Daniel.

"Angebot und Nachfrage matchen nicht." Sprachlich ist das natürlich ein gruseliger Satz. Inhaltlich ist er leider richtig. Warum geht das, was freie Journalisten können und machen, und das, was Redaktionen wollen und suchen, so schlecht zusammen? Wie konnte es zu einer Situation kommen, die Capital-Chefredakteur Horst von Buttlar so beschreibt: "Es gibt einen großen Markt für gute Texte. Redaktionen suchen händeringend danach. Dennoch sind viele freie Journalisten unzufrieden, schlecht beschäftigt oder schlecht bezahlt."

Der größte Trugschluss aus dieser Bestandsaufnahme wäre zu glauben, dass beide Seiten auf diesem Markt gleich leiden. Das ist nämlich nicht der Fall.

Alle sprechen davon, dass Journalisten zur Marke werden. Unternehmerisch denken sollen. Es gibt eine Lobby für freie Journalisten. Es gibt ein Bewusstsein dafür, dass Redaktionen auf freie Journalisten angewiesen sind. Mehr noch: Redaktionen wissen, dass sie ohne das Know-how ihrer freien Mitarbeiter schlicht keine Zeitung, kein Magazin, keine Sendung mehr zusammenbekommen.

Die Redaktionen profitieren sogar von dieser Konstellation: Sie greifen gerne auf das Markenprodukt zurück und nicht auf den Journalisten von der Stange. Der Markt macht es ihnen leicht, denn – anders als in jedem anderen Wettbewerb – ist das Markenprodukt nicht teurer als die No-Name-Ware. Anders gesagt: Die meisten Journalisten bleiben auf den Kosten sitzen, die es braucht, um zur Marke zu werden. Da können freie Journalisten noch so sehr an ihrem Profil feilen, sie können bloggen und twittern, sie können auf sich aufmerksam machen, eine Community aufbauen und Input geben. Die Redaktionen sagen danke. Und zahlen weiterhin schlecht. Das Gerede vom "Journalisten als Marke" nutzt derzeit vor allem einer Seite: den Redaktionen.

"In welchem Markt findet man sonst solche Unternehmer?"

Frank Lobigs, Medienwissenschaftler an der TU Dortmund, hat dafür eine ebenso simple wie überzeugende Erklärung: "Erfolg ist für viele Journalisten, gute Arbeit geleistet zu haben, nicht unbedingt, viel Geld zu verdienen." Die Redaktionen wissen das. Und sie nutzen es gnadenlos aus. "In welchem Markt findet man sonst solche Unternehmer?", fragt journalist-Autor Simon Feldmer in unserer aktuellen Titelgeschichte.

Die Marktkonstellation zwischen Redaktionen und freien Journalisten ist ungleich. Aber sie ist für Freie nicht aussichtslos. Für unseren Titelkomplex haben wir uns mit drei freien Journalisten an einen Tisch gesetzt. Drei Journalisten, die gut im Geschäft sind. Sprechen wir mal über ihren Job. Wie machen sie das? Wie stellen sie sich auf, damit am Ende des Monats auch die Summe auf dem Konto stimmt? Was ist ihr Markenkern?

Was dabei herausgekommen ist, können Sie von heute an auch auf journalist.de nachlesen. Wir starten mit der WDR-Journalistin Anorte Linsmayer.

Die Geschichten der drei Journalisten sind ganz unterschiedlich. Aber es gibt ein paar Mechanismen, die freie Journalisten kennen müssen. Und: Es gibt ihn tatsächlich, den freien Unternehmergeist. Es gibt Geschäftsmodelle, die funktionieren.

Diese Modelle aufzuspüren, haben wir uns auch für das nächste Jahr vorgenommen. Unser Autor Benjamin O’Daniel wird alle zwei Monate weitere freie Journalisten im journalist und auf journalist.de vorstellen. Und am Ende des Jahres 2014 ziehen wir Bilanz.

Kennen Sie erfolgreiche freie Journalisten? Oder wollen Sie selbst über Ihr Geschäftsmodell mit uns reden? Dann schreiben Sie mir an daniel(at)journalist.de.

Update, 26. November 2014

Sprechen wir mal übers Geschäft ... Vor einem Jahr sind wir mit unserer Serie gestartet, und mittlerweile hat journalist-Autor Benjamin O'Daniel mit 13 freien Journalisten gesprochen und ihr Geschäftsmodell vorgestellt. Was bleibt? Welche Schlüsse lassen sich ziehen? Wie können freie Journalisten von ihrem Beruf leben? Die Bilanz zur Serie gibt es in der Dezember-Ausgabe des journalists, die Anfang Dezember erscheint.

100 Prozent WDR

Anorte Linsmayer arbeitet als freie Journalistin für den WDR – und hat sich bewusst gegen eine feste Stelle entschieden. weiter

Die Bio-Fachjournalistin

Annette Sabersky testet Bioprodukte und schreibt darüber. Ihre Bilanz nach 15 Jahren Selbstständigkeit. weiter

Vom Spiegel-Redakteur zum Redenschreiber

Der ehemalige Spiegel-Redakteur Christoph Schlegel ist heute professioneller Redenschreiber – und hat sich an das eigenständige Arbeiten gewöhnt. weiter

Der Lokaljournalist

Volker Thies ist Lokaljournalist im Rhein-Main-Gebiet. Er schreibt vor allem über Kommunalpolitik – das härteste Brot, das ein freier Journalist kauen kann. weiter

Die Twitter-managerin

Die freie Journalistin Christina Quast weiß, wie man Twitter-Accounts aufbaut und Diskussionen aus dem sozialen Netzwerk in die Offline-Welt trägt. Sie verdient damit ihr Geld. weiter

Der Dapd-Korrespondent

Der frühere dapd-Korrespondent Björn Menzel arbeitet heute als freier Journalist. Seine Maxime: Nur auf Medien zugehen, die "bezahlen können, was ich mache". weiter

Der Europa-Korrespondent

Der ehemalige Ressortleiter Detlef Drewes ist seit zehn Jahren freier Korrespondent in Brüssel. Von dort aus bedient er 16 Zeitungen – und hat ein eigenes Geschäftsmodell entwickelt. weiter

die rundfunk-journalistin

Vor acht Jahren hat die Rundfunkjournalistin Antje Hinz zusammen mit einer Kollegin einen Hörbuchverlag gegründet – und wurde so zur Verlegerin. weiter

der mediendienst-Gründer

Vor 15 Jahren hat Christian Werner den Leipziger Mediendienst Ost gegründet – weil er kein Einzelkämpfer sein wollte. weiter

der Technikjournalist

Der 21-jährige Journalist Tobias Gillen schreibt für Blogs, produziert E-Books – und geht einen Weg abseits der Verlagsbranche. weiter

die Dokumentarfilmerin

Vor fünf Jahren entschied Mosjkan Ehrari, Dokumentarfilme zu drehen. Heute arbeitet sie auch als Autorin, Regisseurin, Produzentin, Cutterin, Kamerafrau und Dozentin. weiter

der Verteidigungspolitik-Experte

Thomas Wiegold hat sein Spezialgebiet gefunden: Er schreibt über Verteidigungs- und Sicherheitspolitik – und gewinnt mit seinem Blog immer mehr Leser, die ihn direkt finanzieren. weiter

die magazinjournalistin

Mila Hanke arbeitet als freie Textchefin und Autorin für Magazine – doch sie hat noch weitere Standbeine. weiter

Sprechen wir übers Geschäft - Spezial

Zwei Studentinnen der Hochschule Darmstadt haben für ihre Bachelorarbeit acht freie Journalisten interviewt – und sind auf ganz unterschiedliche Geschäftsmodelle gestoßen. weiter

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