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Autor

Interview: Monika Lungmus

verfasst am

25.09.2012

im Heft

journalist 9/2012

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Bild: odjt

Am 6. Oktober 2012 veranstalten fünf DJV-Landesverbände in Berlin zum ersten Mal den Ostdeutschen Journalistentag.

Ostdeutscher Journalistentag

"Es gibt im Osten eigene Themen"

Die Premiere des ersten Ostdeutschen Journalistentags steht kurz bevor: Am 6. Oktober laden fünf Landesverbände des Deutschen Journalisten-Verbandes (DJV) nach Berlin. Der journalist sprach mit Ine Dippmann. Die freie MDR-Journalistin ist seit Mai Landesvorsitzende in Sachsen.

Bild: Karsten Möbius

Ine Dippmann: "Wir sehen den Journalistentag als Pilotprojekt, das keine Eintagsfliege sein soll."

journalist: Welche Themen liegen Ihnen für den DJV Sachsen am Herzen?

Ine Dippmann: Mir ist der Kontakt zu jungen Leuten wichtig, die in den Journalismus wollen. Wir sollten sie frühzeitig an den DJV heranführen, um ihnen so auch die Werte des Journalistenberufs zu vermitteln. Die erfahrenen Kollegen haben da viel mitzugeben. Das haben wir bei unserem Mentoringprogramm gespürt, das seit einem Jahr läuft. Der erste Jahrgang hat eine positive Bilanz gezogen. Das bestärkt uns, den Austausch zwischen den Generationen weiter zu fördern.

Ein neues Projekt ist der erste Ostdeutsche Journalistentag, den Sie gemeinsam mit den Landesverbänden Berlin, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt am 6. Oktober ausrichten. Warum braucht es eine solche Veranstaltung?

Der ein oder andere ostdeutsche Verband hat sich ja schon am Norddeutschen oder Süddeutschen Journalistentag beteiligt. Was uns aber hier im Osten beschäftigt, ist dort nur Randaspekt. Es gibt im Osten eigene Themen, eigene Protagonisten, und mit denen wollen wir uns hier auseinandersetzen.

Welche Schwerpunkte sind geplant?

Es geht zum Beispiel um die Recherchen rund um die Gräueltaten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und die Verwicklungen des Verfassungsschutzes, aber auch um den Umgang der Staatsanwaltschaft mit investigativen Journalisten, die zum sogenannten Sachsensumpf recherchiert haben – das wird jetzt wieder aktuell: Die Kollegen aus Leipzig, Arndt Ginzel und Thomas Datt, die wegen ihrer Berichterstattung bereits vor Gericht standen, müssen im Berufungsverfahren erneut vor Gericht. Das sind Themen, die uns hier originär interessieren.

Wie würden Sie den Ostdeutschen Journalistentag denn bewerben?

Die Veranstaltung soll eine integrative Wirkung hier in der Region haben. Sie soll unsere Mitglieder motivieren, die Kollegen zusammenbringen, auch unser Selbstbewusstsein innerhalb des DJV stärken. Wir bieten auch Workshops, damit die Kollegen in der digitalen Medienwelt den Anschluss halten. Neben den Podiumsdiskussionen gibt es also ganz praktische Hilfe für die tägliche Arbeit.

Auch über das Urheberrecht im Digitalzeitalter soll diskutiert werden. Das interessiert übrigens auch westdeutsche Journalisten. Welche Themen treiben die Journalisten zwischen Rostock, Berlin, Magdeburg und Leipzig sonst noch um?

Wir haben hier mit einer starken Pressekonzentration zu kämpfen. In der Medienstadt Leipzig gibt es nur eine Tageszeitung, und die baut gerade Stellen ab. Von rund 120 Redakteuren werden fast 20 in Altersteilzeit geschickt. Wir haben in Sachsen kein Zeitungshaus mehr, das dem Flächentarif unterliegt. Unser Ziel ist, wenigstens Haustarife zu etablieren. Aber das ist schwierig. Gleichzeitig versuchen wir, das Selbstbewusstsein der Freien zu stärken, damit sie sich von den Verlagen nicht mit Dumpinghonoraren abspeisen lassen.

Die Veranstaltung findet in den Räumen des RBB in Berlin statt.

Wir wollten das Ganze ebenso professionell wie kostengünstig machen. Deshalb haben wir den RBB als Partner mit ins Boot genommen.

DJV-Mitglieder müssen lediglich 25 Euro bezahlen. Warum verlangen Sie von den anderen Teilnehmern mit 299 Euro mehr als das Zehnfache?

Die Teilnahmegebühr soll nicht abschrecken. Sie soll zeigen, wie viel die Veranstaltung tatsächlich wert ist. Denn für unsere Mitglieder ist die Gebühr ja nur deshalb so niedrig, weil wir die Veranstaltung stark subventionieren. Warum sollten wir das ebenso für Nichtorganisierte tun?

Wird es eine Fortsetzung geben?

Wir sehen den Journalistentag als Pilotprojekt, das keine Eintagsfliege sein soll. Künftig können die Treffen auch in Leipzig oder Schwerin stattfinden. Das werden wir sehen.

 

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