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Autor

Monika Lungmus

verfasst am

14.02.2012

im Heft

journalist 2/2012

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Der MDR hat seinen neuen Sprecher beim ZDF gefunden.

MDR

"Das bleibt nicht im Hemd stecken"

Der langjährige ZDF-Pressesprecher Walter Kehr will es noch mal wissen: Diese Woche wechselt er zum skandalgebeutelten MDR.

Bild: ZDF/Carmen Sauerbrei

Walter Kehr: "Jetzt gibt es einen Schnitt"

journalist: Sie wechseln mit 57 noch einmal den Arbeitgeber. Das ist schon überraschend.

Walter Kehr: Ich war selbst überrascht. Dass ich mich mit so einer Frage noch mal beschäftigen würde, hätte ich vor einem halben Jahr nicht gedacht. Aber als die MDR-Intendantin mich ansprach, habe ich mir das sehr ernsthaft überlegt. Ich glaube, im Moment ist das der spannendste Job in der Branche.

Musste Karola Wille lange auf Sie einreden?

Sie brauchte in der Tat viel Überzeugungskraft. Nach 20 Jahren vom ZDF wegzugehen, zumal in meinem gesetzten Alter – das bleibt einem nicht im Hemd stecken.

Woran hängt das weinende Auge?

Zum Beispiel an einem hoch engagierten Mitarbeiterteam, das sich im Laufe dieser 20 Jahre formiert und professionalisiert hat.

Künftig steht "Hauptabteilungsleiter Kommunikation" auf Ihrer Visitenkarte. Wie viel zählt dieser Karrieresprung?

Mir geht es nicht um einen Karrieresprung, sondern um eine äußerst interessante Aufgabe. Der MDR ist die Stimme der neuen Bundesländer, der einzige reine Ostsender, der sehr wichtig ist für das weitere Zusammenwachsen in unserem Land, aber nicht so wahrgenommen wird, wie er es verdient hätte.

Der MDR ist immer wieder in die Negativschlagzeilen geraten – etwa durch den Korruptionsskandal beim Kika.

Erlauben Sie mir einen kleinen Einspruch: Der MDR ist nach der Wiedervereinigung aus dem Nichts aufgebaut worden. Und unter den Dritten ist er das erfolgreichste Programm. Das Problem ist, dass der MDR weit unter Wert wahrgenommen wird. Das vergangene Jahr war, da haben Sie Recht, außerordentlich schwierig. Aber jetzt gibt es einen Schnitt. Am Neuanfang mitzuarbeiten, dabei auch die Fehlentwicklungen der Vergangenheit aufzuarbeiten und das Vertrauen der Zuschauer und Gebührenzahler wiederzugewinnen – das ist eine echte Herausforderung.

ZDF-Intendant Markus Schächter gibt sein Amt im März an Programmdirektor Thomas Bellut ab. Sie wechseln kurz vorher zum MDR. Zufall?

Da gibt es keinen Zusammenhang, falls Sie darauf abzielen. Auf die Zusammenarbeit mit Thomas Bellut habe ich mich sehr gefreut. Wir haben gemeinsam schon viele stürmische Zeiten erlebt. Ich erinnere nur an die Entwicklung bei Wetten dass ..?, an diesen Unfall …

Was hat Schächter zu Ihrem Jobwechsel gesagt?

Er hat mich in den Arm genommen, mir gratuliert und gesagt, dass er meinen Weggang bedauert.

Wenn's Ihnen beim MDR nicht gefällt – haben Sie ein Rückkehrrecht zum Mainzer Sender?

(lacht): So wichtig bin ich nicht. Nein, im Ernst. An so etwas verschwende ich keinen Gedanken. Der MDR und ich werden gut zusammenpassen. Und Leipzig ist ja auch kein so schlechter Standort.

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