Detail-Informationen

Autor

Anna von Garmissen

verfasst am

02.04.2012

im Heft

journalist 4/2012

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Mehr zum Thema im Heft

Urheberrecht

Was bleibt übrig?

Wenn es um massenhaftes Kopieren von Inhalten im Internet geht, ist Streit vorprogrammiert. Während Nutzer möglichst frei agieren und Verwerter ihre Produkte schützen wollen, fürchten die Urheber oft um ihre finanzielle Existenz. Ist das Bild des genialen Schöpfers passé? Muss das Urheberrecht der Onlinekultur des Teilens, Ergänzens und Weiterentwickelns angepasst werden? Der journalist bat fünf Experten an einen Tisch.

Urhebervertragsrecht

Bild: Sebastián Laraia

Hans Willms, Chefredakteur Kreiszeitung Syke

"Wir müssen dringend ans Urhebervertragsrecht ran. Die Position der Urheber gegenüber den Verlegern muss gestärkt werden."

Benno H. Pöppelmann, Justiziar des Deutschen Journalisten-Verbands

Ein Beispiel sind die gemeinsamen Vergütungsregeln für freie Zeitschriftenjournalisten. Journalistenvertreter fordern hier klarere gesetzliche Regelungen, um die seit rund zehn Jahren andauernden Verhandlungen zu einem verbindlichen Ende bringen zu können.

Werkhoheit

Bild: Sebastián Laraia

"Aus Sicht der Urheber ist es bedenklich, ein Recht auf Remix oder Mashup zu etablieren. Werkintegrität ist für Journalisten ein wichtiges Thema."

Heike Rost, freie Fotografin

Urhebern geht es nicht nur um die Vermarktung ihrer Werke, sondern auch um ihre persönlichen Rechte. Sie wollen weiter bestimmen können, was mit ihren Werken geschieht.

Verlegerleistungsschutzrecht

Beim angekündigten Verlegerleistungsschutzrecht gehen die Meinungen auseinander. Kritiker sehen etwa Gefahren für innovative Geschäftsmodelle im Internet. Wie genau das Schutzrecht aussehen soll, ist noch unklar.

Bild: Sebastián Laraia

"Es geht darum, mehr Geld ins System zu bringen. Niemand soll am Ende schlechter dastehen als bisher."

Christoph Keese, Konzerngeschäftsführer Public Affairs Axel Springer AG

Bild: Sebastián Laraia

"Wir können die Kollateralschäden noch nicht absehen. Denn wir wissen derzeit nur, dass das Ausdrucken von Online-Artikeln künftig kostenlos sein soll."

Markus Beckedahl, Vorsitzender des Vereins Digitale Gesellschaft

Doppelrolle

Bild: Sebastián Laraia

"Als Produzenten haben Journalisten ein großes Interesse daran, dass ihre Netzinhalte vergütet werden. Als Nutzer hingegen wollen sie einen möglichst freien Zugang."

Karl-Nikolaus Peifer, Professor am Institut für Medienrecht der Universität Köln

Ob und wie Journalisten letztlich vom Leistungsschutzrecht profitieren, weiß niemand. Zum einen sollen sie nach Regierungsplänen angemessen beteiligt werden. Zum anderen könnte es sein, dass sie selbst für Aggregatorendienste zahlen müssen.

Alle Ergebnisse und Erkenntnisse der Runde lesen Sie in der aktuellen journalist-Ausgabe. Was die politischen Parteien in die geplante Gesetzesnovelle, den sogenannten Dritten Korb, packen wollen, lesen Sie morgen auf journalist.de.

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