Social-Media-Redakteure
Liebe Fans, ...
Das Handelsblatt sucht noch eine oder einen. Spiegel Online, Neon und die taz haben gerade welche eingestellt. Die Rede ist von Social-Media-Redakteuren, die ihre Onlineredaktionen beim Netzwerken im Social Web unterstützen.
In diesen Monaten häufen sich Stellenanzeigen wie die des Handelsblatts. Die Düsseldorfer Zeitung ist seit Mitte August auf der Suche nach einem ausgebildeten Wirtschaftsjournalisten, der die Blogszene kennt, bereits Erfahrungen mit dem professionellen Einsatz von Twitter und Facebook hat, belastbar, teamfähig und kreativ ist. Zu den Aufgaben des neuen Redakteurs wird es gehören, die Social-Media-Kanäle mit redaktionellen Beiträgen zu bestücken, die Communitys bei Facebook und auf handelsblatt.com zu betreuen und eine integrierte Social-Media-Strategie für die Redaktion zu entwickeln. Ähnlich klang die Stellenanzeige der Zeitschrift Neon von Anfang Juli: Man suchte zwar nicht explizit einen Journalisten, aber einen Ansprechpartner als Schnittstelle zwischen User und Redaktion, jemanden, der Social-Media-Kampagnen plant, analysiert und optimiert.
Nicht nur Redaktionen, auch Agenturen und Pressestellen von Unternehmen halten vermehrt Ausschau nach Mitarbeitern, die sich um die eigenen Social-Media-Auftritte oder die der Kunden kümmern. Mitte August listete die Stellenbörse der Arbeitsagentur gut 80 Treffer bei der Suche nach "Journalist" und bereits 40 Treffer bei der Suche nach "Social-Media-Redakteur". Entsteht hier ein weiteres Arbeitsfeld für Journalisten? Gar ein gänzlich neues Berufsbild?
Was genau Social-Media-Redakteure leisten, welchen Hintergrund sie haben, wie ihr Arbeitsalltag aussieht, wie viel Journalismus in der Tätigkeit noch steckt, lässt sich schwer verallgemeinern. Die einen sind Community-Manager, die anderen Social-Media-Redakteure. Die einen sind Teil einer Redaktion, die anderen sitzen an der Schnittstelle zwischen Redaktion und Leser. Manche suchen im Social Web nach Bildmaterial für einen Fernsehsender, andere spüren Geschichten im Lokalen auf oder beantworten Facebook-Anfragen im Auftrag eines Messeveranstalters. Um dem facettenreichen Berufsbild ein wenig näher zu kommen, hat der journalist vier Social-Media-Experten an ihrem Arbeitsplatz besucht: Miguel Baptista von Gruner+Jahr, Michael Umlandt vom ZDF, die Leipziger PR-Frau Annegret Freitag und Lars Wienand, Social-Media-Redakteur bei der Rhein-Zeitung.
Der Schlichter
Miguel Baptista ist Projekt Manager Social Media bei Gruner+Jahr und gehört zu den alten Hasen unter den Community-Managern. Dabei hatte er eigentlich einen ganz anderen Berufswunsch. weiter
Der Erzieher
Michael Umlandt führte das ZDF mit einem falschen Twitter-Account an der Nase herum. Zwei Jahre später bietet der Sender dem heute 24-Jährigen eine Stelle in Mainz an. weiter
Die Externe
Gegen den Journalismus und für eine Agentur hat sich Annegret Freitag entschieden: "Weil ich hier die Chance habe, crossmedial zu arbeiten." weiter
Aktuelle Kommentare zu diesem Text
Kommentare werden moderiert.







