Detail-Informationen

Autor

Olaf Wittrock

verfasst am

07.01.2015

im Heft

journalist 1/2015

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  • 1. Januar 2010: Fördern ja, Quote nein weiter

Umfrage

Wie viele Frauen stehen bei Ihnen an der Spitze?

2016 kommt die Frauenquote für Großkonzerne. 30 Prozent in den Top-Positionen. Für Medienkonzerne gilt lediglich die politische Empfehlung einer 30-Prozent-Untergrenze. Bereits vor vier Jahren wollte der journalist von den großen Verlagshäusern wissen: Wie hoch ist ihr Frauenanteil in Führungspositionen? Eine Nachfrage bei denselben Unternehmen zeigt: Es hat sich etwas getan.

"Bei uns sind es 51 Prozent"

Silvie Rundel, Leiterin der Unternehmenskommunikation des Zeit-Verlags
Bild: Zeit

Die Frauenquote unter Führungskräften (Verlag und Redaktion) der Zeit-Verlagsgruppe liegt bei 51 Prozent. Wir sind mit diesen Anteilen sehr zufrieden und wünschen uns für die nächsten Jahre, dass es so bleibt: dass wir weiterhin so viele hoch qualifizierte Frauen für uns gewinnen können. Die Zeit-Verlagsgruppe fördert flexible Arbeitsmodelle und ist familienfreundlich – das sind für viele gut ausgebildete Frauen Gründe, zu uns zu kommen.

Rückblick: Schon 2010 lag der Anteil der Frauen in Führungspositionen bei 50 Prozent. Zeit-Geschäftsführer Rainer Esser betonte damals, Bewerber nicht nach Geschlecht einzustellen, sondern nach Qualifikation.

"Wir wollen ausbauen"

Christoph Diebenbusch, HR-Direktor Hubert Burda Media
Bild: Burda

Der Frauenanteil bei den Führungskräften beträgt bei Hubert Burda Media konzernweit 44 Prozent. Auf diesen relativ hohen Anteil sind wir stolz. Wir wollen unseren hohen Anteil an weiblichen Führungskräften kontinuierlich ausbauen.

Rückblick: Als wir 2010 fragten, lag der Frauenanteil in der Führungsetage bei 23 Prozent – was Hubert Burda als "über dem Durchschnitt vieler Mitkonkurrenten" einschätzte. Man versprach, den Anteil zu steigern – das gelang offensichtlich.

"Ohne starre Quote"

Svenja Friedrich, Pressesprecherin bei Axel Springer
Bild: Axel Springer

Axel Springer hat sich 2010 das Ziel gesetzt, den Anteil von damals 16 Prozent in fünf bis acht Jahren auf über 30 Prozent zu verdoppeln. Aktuell liegt der Anteil bei rund 28 Prozent. Wir wollen unser Ziel ohne starre Quote erreichen. Stattdessen wurden mit den einzelnen Fachbereichen individuelle Zielwerte festgelegt. Als besonders sinnvoll hat sich neben der systematischen Talententwicklung eine recht simple Maßnahme erwiesen: Bei der Nachbesetzung von Führungspositionen muss immer auch eine weibliche Kandidatin nominiert werden.

Rückblick: Springer hat die Ankündigung wahr gemacht und die Quote deutlich erhöht. 2010 waren 16 Prozent Frauen in der Spitze aktiv.

"Sehr stabil und relativ hoch"

Ines Thomas, Pressesprecherin Condé Nast Deutschland
Bild: Condé Nast

Unter allen Mitarbeitern von Condé Nast Deutschland beträgt der Frauenanteil circa 75 Prozent. Rund 50 Prozent der Führungskräfte sind weiblich. Der Anteil der weiblichen Mitarbeiter im Condé Nast Verlag ist sehr stabil und mit 75 Prozent sogar relativ hoch. Auch das Verhältnis im Bereich der Führungskräfte ist ausgeglichen. Mit allen unseren Mitarbeitern sind wir für die Zukunft gut aufgestellt.

Rückblick: Condé Nast hatte 2010 schon "ziemlich genau 50 Prozent" Frauen in Führungspositionen.

"Frauen gezielt ansprechen"

Claus-Peter Schrack, Leiter Unternehmenskommunikation Gruner+Jahr
Bild: Gruner+Jahr

Gruner+Jahr hat bereits eine sehr gute Frauenquote, sie liegt bei Führungskräften in Verlag und Redaktionen bei 30 Prozent. Damit müssen wir uns sicherlich auch im Branchenvergleich nicht verstecken, sehen das aber auch als Ansporn, hier weiter auszubauen. Wir wollen dieses gute Verhältnis von Männern zu Frauen auf jeden Fall halten und Schritt für Schritt weiter ausbauen. Um das zu erreichen, werden wir Frauen bei der Besetzung von entsprechenden Positionen gezielt fördern und ansprechen.

Rückblick: Die Führungskräfte-Frauenquote bei Gruner+Jahr lag 2010 auch schon bei 30 Prozent. Damals hatte es allerdings geheißen: Tendenz steigend.

"Hohes Niveau halten"

Rolf-Dieter Schulz, Verlagsleiter des Spiegel-Verlags
Bild: Spiegel

In den vergangenen Jahren haben wir kontinuierlich an der Erhöhung des Frauenanteils in Führungspositionen und der Zahl der Redakteurinnen gearbeitet. Mit Erfolg: Heute liegt der Frauenanteil insgesamt bei 54 Prozent und in Führungspositionen bei 32 Prozent. Auch wenn wir von der geplanten Quote nicht betroffen sind, werden wir künftig das Ziel verfolgen, dieses hohe Niveau mindestens konstant zu halten. Mitarbeiterinnen fördern wir gezielt. Mit individuellen Teilzeitmodellen und Angeboten zur Kinderbetreuung leisten wir zusätzlich einen Beitrag zur besseren Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Rückblick: Beim Spiegel waren vor vier Jahren gerade mal 23,5 Prozent der Führungskräfte Frauen.

Die Januar-Ausgabe des journalists ist erschienen. Hier geht es zum E-Paper.

Titelthema: Endlich Wochenende! Spiegel, Focus, SZ, taz: Verlage setzen auf den Samstag

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