Freie Journalisten
Coaching mit Geld vom Staat
Journalisten, die sich selbstständig machen und dabei die Hilfe eines Beraters in Anspruch nehmen, müssen die Rechnung nicht allein bezahlen. Für solche Gründungscoachings gibt es Zuschüsse. Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband informiert über die wichtigsten Punkte.
Höhe der Zuschüsse
Freie Journalisten können sich bis zu fünf Jahre nach Existenzgründung mit staatlicher Hilfe in Geschäftsfragen helfen lassen. Sie erhalten Zuschüsse auf das Beraterhonorar in Höhe von 50 Prozent in den alten Bundesländern und Berlin. In den neuen Bundesländern sowie im Regierungsbezirk Lüneburg sind es sogar 75 Prozent. Das Beraterhonorar darf maximal 6.000 Euro betragen, das Tageshonorar maximal 800 Euro.
Existenzgründer, die vorher arbeitslos waren, erhalten im ersten Jahr ihrer Selbstständigkeit sogar einen Zuschuss von 90 Prozent des Beraterhonorars. Und zwar bundesweit, egal ob West oder Ost. Das Beraterhonorar darf in diesem Fall nicht höher als 4.000 Euro liegen. Wenn später weiterer Beratungsbedarf entsteht, kann mit einem zusätzlichen Antrag die Förderung bis zur Höchstgrenze von insgesamt 6.000 Euro ausgeschöpft werden.
Nur anerkannte Berater
Die Zuschüsse sind allerdings an die Voraussetzung gebunden, dass das Gründercoaching von einem Berater geleistet wird, der von der Kreditanstalt für Wiederaufbau anerkannt ist. Zugelassene Beratungsunternehmen finden Sie unter beraterboerse.kfw.de.
Inhalte des Coachings
Das Gründercoaching kann etwa ausloten, welches wirtschaftliche Potenzial das Vorhaben des freien Journalisten hat. Es kann Managementkompetenzen vermitteln sowie Fragen zum allgemeinen Marketing, zur Akquise und zu Vermarktungsstrategien behandeln. Nicht förderungsfähig sind Coachings,
- wenn sich der Betroffene noch in der Planungs- und Vorbereitungsphase befindet,
- wenn vorrangig Rechts-, Versicherungs- und Steuerfragen thematisiert werden,
- wenn es um die Ausarbeitung von Verträgen, die Aufstellung von Jahresabschlüssen oder Buchführungsarbeiten geht,
- wenn man Tipps für die Gestaltung und Erstellung von Werbematerial und Websites sucht,
- wenn die Beschaffung von Soft- und Hardware oder EDV-Schulungsmaßnahmen Inhalte sind.
Der DJV entwickelt derzeit eine Liste anerkannter Coaching-Fachleute für Freie. Berater, die entsprechende Referenzen vorweisen können, sollten sich bei DJV-Freien-Referent Michael Hirschler melden. Gleiches gilt für Mitglieder, die ihrerseits gute Erfahrungen mit Freien-Beratern gemacht haben.
Über den Autor
Michael Hirschler ist Jurist und arbeitet in Bonn als Referent für den Bereich freie Journalisten im Deutschen Journalisten-Verband.
Mehr Tipps für Freiberufler | |
|---|---|
Sechs gute Gründe – Welche Honoraransprüche haben Freie, wenn es zu keiner Veröffentlichung kommt? | |
Der 7-Punkte-Plan – Worauf müssen Freie achten, wenn sie ein Onlineportal gründen? | |
Eingezahlt – und doch kein Geld? Wie kommen freie Rundfunkjournalisten an Arbeitslosengeld? | |
Meins oder deins? Tipps zur Mehrfachverwertung von Texten. | |
Kosten fürs Homeoffice – Wie lässt sich ein Arbeitszimmer von der Steuer absetzen? | |
7 oder 19 Prozent? | |
Investitionen schon vor dem Kauf von der Steuer absetzen | |
Gesetzlich oder privat krankenversichern? | |
Die wichtigsten Regeln zur Existenzgründung | |
Eigene Allgemeine Geschäftsbedingungen | |
Versicherungsschutz im Nebenjob | |
Arbeitszeugnis für freie Journalisten | |
Wann freie Journalisten haften | |
Wenn Journalisten krank werden | |
Als freier Korrespondent im Ausland arbeiten | |
Die 20-Stunden-Grenze – Was Studenten bei ihren Nebenjobs als freie Journalisten beachten sollten | |
Welche Konsequenz hat das Springer-Urteil für freie Journalisten? | |
Was bei der Altersvorsorge zu beachten ist | |
Wenn die Firma pleite ist | |
Mit der Arbeitszimmer Steuern sparen | |
Was der neue Rundfunkbeitrag kostet | |
Künstlersozialkasse ist Pflicht | |
Wenn freie Journalisten Mitarbeiter brauchen | |
Was freie Journalisten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk wissen sollten | |
Aktuelle Kommentare zu diesem Text
Kommentare werden moderiert.



