Detail-Informationen

Autor

Michael Hirschler

verfasst am

16.08.2012

im Heft

journalist 8/2012

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Kontakt und weitere Informationen

Infos zum Thema Steuern sowie weitere Tipps für freie Journalisten gibt es bei DJV-Referent Michael Hirschler, Telefon: 0228/20172-18, E-Mail: hir@djv.de

Freie Journalisten

Die 20-Stunden-Grenze

Die meisten Studenten, die in den Journalismus streben, arbeiten schon während ihres Studiums journalistisch. Michael Hirschler vom Deutschen Journalisten-Verband (DJV) erklärt, was sie bei ihren Nebenjobs beachten sollten.

Studentisches Arbeitsverhältnis

Normalerweise sind Studenten mit einem reduzierten Beitrag in der gesetzlichen Krankenkasse versichert. Sind sie etwa beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk sozialversicherungspflichtig beschäftigt, dann sind sie auch weiterhin als Studenten gesetzlich krankenversichert, wenn ihre Tätigkeit auf 20 Stunden pro Woche begrenzt ist.

Erhält der Student nicht mehr als 400 Euro für seinen Nebenjob, dann führt der Arbeitgeber, also die Rundfunkanstalt, einen Pauschalbeitrag an die Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung ab. Zudem ist eine pauschale Steuer von zwei Prozent auf das Honorar zu zahlen.

Verdient der Student aber mehr als 400 Euro, dann ist ein einkommensabhängiger Beitrag für die Rentenversicherung fällig, den sich Student und Arbeitgeber teilen müssen. Der Verdienst ist zudem normal steuerpflichtig.

Normales Arbeitsverhältnis

Anderes gilt, wenn der Student mehr als 20 Stunden pro Woche arbeitet und mehr als 400 Euro verdient. Dann wird er nicht mehr als Student behandelt, sondern als normaler Arbeitnehmer, weil die journalistische Tätigkeit mehr als ein studentischer Nebenjob ist. Folge: Für ihn gilt die allgemeine Sozialversicherungs- und Steuerpflicht.

Befristete Jobs

Eine Ausnahme von dieser Regelung bilden kurzfristige Beschäftigungen von bis zu zwei Monaten oder 50 Tagen im Jahr. Diese sind sozialversicherungsfrei, aber normal steuerpflichtig. Wer als Student in den Semesterferien länger als zwei Monate arbeitet, aber maximal 26 Wochen, muss den hälftigen Beitrag für die Rentenversicherung zahlen (die andere Hälfte zahlt der Arbeitgeber). Außerdem besteht auch in diesem Fall allgemeine Steuerpflicht.

Praktika

Für Praktika gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie für Studentenjobs. Liegen die Praktika vor oder nach dem Studium, sind die Sonderregelungen für Studenten allerdings nicht anzuwenden. Es handelt sich dann um normale Beschäftigungsverhältnisse.

Sind Praktika im Studiengang vorgeschrieben, bleibt die journalistische Tätigkeit sozialversicherungsfrei. Das Praktikantengehalt ist steuerpflichtig.

Selbstständige Tätigkeit

Für Studenten, die ihr Geld als Freiberufler verdienen, gelten die Regelungen für Selbstständige. Grundsätzlich sollten Studenten eine regelmäßige journalistische Tätigkeit deshalb bei der Künstlersozialkasse (KSK) anmelden. Über die ist der Student dann rentenversichert. Die Beiträge zahlt er zur Hälfte selbst, die andere Hälfte übernimmt die KSK. Wer das unterlässt, muss zwar in der Regel nicht mit Nachforderungen rechnen, verschenkt aber unter Umständen wertvolles Guthaben bei der Rentenversicherung.

Arbeitet der Student hauptsächlich als freier Mitarbeiter für eine einzige Zeitung und ist er nicht bei der KSK gemeldet, dann können allerdings Nachforderungen wegen einer Versicherungspflicht als "arbeitnehmerähnlicher Selbstständiger" entstehen.

Wer mehr als 20 Stunden in der Woche als freier Journalist arbeitet, gilt in der KSK nicht mehr als Student. Er ist voll kranken-, pflege- und rentenversichert, muss also mit höheren KSK-Beiträgen rechnen. Drei Jahre nach Anmeldung bei der KSK gilt man auch nicht mehr als Berufsanfänger. Und muss dann, um als Freiberufler in der KSK zu bleiben, mindestens auf einen Gewinn von 3.900 Euro im Jahr kommen. Die selbstständige Tätigkeit ist übrigens grundsätzlich beim Finanzamt anzumelden.

Über den Autor

Michael Hirschler ist Jurist und arbeitet in Bonn als Referent für den Bereich freie Journalisten im Deutschen Journalisten-Verband.

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