Detail-Informationen

Autor

Monika Lungmus

verfasst am

08.10.2010

im Heft

journalist 10/2010

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Dieser Text erscheint auch in der Oktober-Ausgabe des journalists.

Der DJV fordert "Faire Zeitungshonorare" – und gibt Tipps, was freie Journalisten dafür tun können.

Freie Journalisten

DJV startet Kampagne

Immer mehr Verlage wollen die gemeinsamen Vergütungsregeln für Freie anwenden. Dem Deutschen Journalisten-Verband ist das zu wenig – er startete die Kampagne "Faire Zeitungshonorare".

Handeln statt aussitzen. Auch die WAZ-Mediengruppe sowie das Neue Deutschland und die Junge Welt wollen die gemeinsamen Vergütungsregeln für freie Journalisten anwenden. Zwar handeln diese Tageszeitungen mit deutlicher Verzögerung, aber im Gegensatz zu vielen anderen Verlagen versuchen sie wenigstens nicht, das Thema auszusitzen.

Das Neue Deutschland kündigte an, die mit dem Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger ausgehandelten Honorarregeln zum 1. Oktober umzusetzen. Die Autoren wurden gebeten, bis zum 15. September ihre Hauptberuflichkeit nachzuweisen – mittels Presseausweis, Bescheinigung der Künstlersozialkasse (KSK) oder einem anderen Beleg. 

Die Junge Welt will die Vergütung schrittweise bis 2011 an die Maßgaben anpassen. Die Zeitung begründete die Zeitverzögerung damit, dass "die Erfüllung aller Bestimmungen" aufgrund bereits vorhandener Verluste "zum sofortigen Ende" des Blatts führen würde. Junge-Welt-Geschäftsführer Dietmar Koschmieder kritisierte zugleich, dass die Vereinbarung die Auflagenhöhe als Maßstab vorgibt. Wären es die Umsatzgröße, das Anzeigenvolumen oder die Gehälter der Festangestellten, "müsste manche Tageszeitung mehr und wir weniger zahlen als vereinbart". Generell halte man aber "den Gedanken einer Mindestentlohnung für freie Journalisten" für richtig.

Auch die zur WAZ-Mediengruppe gehörenden Titel Westdeutsche Allgemeine Zeitung (WAZ), Westfälische Rundschau, Neue Rhein/Neue Ruhr Zeitung und Westfalenpost wollen ihre freien Schreiber nach den gemeinsamen Vergütungsregeln bezahlen. Die Handhabung soll dabei ganz pragmatisch erfolgen – Presseausweis plus KSK-Bescheinigung beziehungsweise Beleg des Finanzamts sollen als Nachweis der Hauptberuflichkeit reichen. Der DJV rät aber allen freien Journalisten, die ihren Anspruch geltend machen wollen, sich vorab mit dem Landesverband Nordrhein-Westfalen abzusprechen. 

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, dass verantwortlichen Redakteuren der WAZ mitgeteilt worden ist, dass der Honoraretat gekürzt wird – und zwar um fünf Prozent. Im Hause heißt es, diese Regelung werde bereits angewandt. Wie angesichts eines schrumpfenden Etats die Honorare an das Niveau der gemeinsamen Vergütungsregeln angepasst werden sollen, bleibt das Geheimnis der WAZ-Spitze. Der Verlag wollte sich auf journalist-Nachfrage nicht zum Thema äußern. Es handle sich um Betriebsinterna.

Der DJV kritisiert, dass viele, auch große Verlagshäuser noch immer nicht die bereits im Februar in Kraft getretene Vereinbarung anwenden. "Wer die Vergütungsregeln jetzt nicht umsetzt, muss unter Umständen mit erheblichen Nachforderungen rechnen", warnte Bundesvorsitzender Michael Konken, "daher sollten die Verlage jetzt handeln."

"Faire Zeitungshonorare" – mit dieser Forderung starteten DJV und dju zahlreiche Aktionen zur Umsetzung der gemeinsamen Vergütungsregeln. Die Website faire-zeitungshonorare.de bietet neben einer "Vergütungslandkarte" und einem "Zeilomaten", mit dem das Honorar berechnet werden kann, Termine und Informationen für Freie, Redakteure und Betriebsräte.

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