Detail-Informationen

Autor

Benjamin O'Daniel

verfasst am

04.12.2012

im Heft

journalist 12/2012

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Vier Blogger, viermal Geld verdient: Udo Vetter, Mathias Winks, Jochen Mai und Michael Firnkes

Natürlich kann sich Jochen Mai noch an seine Blogger-Anfänge erinnern. Wie er nach Feierabend zwei Stunden an einem Text saß, den am nächsten Tag 50 Leute gelesen haben. Verdient hat er damit nichts. Aber die Leidenschaft war geweckt. Heute betreibt der Wirtschaftsjournalist das bekannteste Karriereblog in Deutschland. Bis zu 300.000 Besucher im Monat, im Fachsprech "Unique Visitors", surfen zu karrierebibel.de und lesen Artikel wie "Tipps für die Gehaltsverhandlung" oder "Jobsuche via Social Media". Auf Twitter hat Jochen Mai rund 18.000 Follower und auf Facebook mehr als 8.000 Fans. Und er verdient mit seinem Blog genug Geld, um zwei feste Autoren zu bezahlen. 

Die Karrierebibel ist nur ein Beispiel von vielen. Immer mehr Blogs, die einst als private Tagebücher gestartet sind, haben sich zu professionellen Onlinemagazinen entwickelt. Mit einem persönlichen Touch, einer treuen Leserschaft – und mit solventen Anzeigenkunden, die Werbeplätze buchen. "Wir erleben eine deutliche Professionalisierungswelle. Blogger und Wirtschaft finden immer häufiger zusammen, beide Seiten haben Berührungsängste abgebaut", sagt Michael Firnkes, Autor des Buchs Blog Boosting und Experte für die Vermarktung von Blogs. 

Mit den Anzeigenkunden kommt das Geld – und mit dem Geld kommt die Frage, ob und wie man sich mit einem Blog selbstständig machen kann. "Ich wundere mich, dass so wenige Journalisten ein eigenes Blog starten. Man steigert dadurch seinen Marktwert und gewinnt auch finanzielle Unabhängigkeit", sagt Karrierebibel-Gründer Mai. Könnte ein professionelles Blog eine dauerhafte Einnahmequelle für freie Journalisten werden? Und wie bewahrt man seine redaktionelle Unabhängigkeit im Gespräch mit Werbepartnern?

Die Blogosphäre in Deutschland zu betrachten, ähnelt dem Blick durch ein überdimensionales Kaleidoskop: Sie hat sich in eine bunt-zersplitterte Welt verwandelt. Reise-, Auto- und Lifestyleblogs, Polit-, Medien- und Karriereblogs – die Themenvielfalt ist endlos. In jedem Bereich kristallisiert sich eine eigenständige Blogosphäre heraus. Für die Leser entstehen immer neue, faszinierende Räume: Jeder, der ein ausuferndes Hobby hat – sei es Musik, Literatur oder Technik – stößt früher oder später auf eine Handvoll exzellenter Blogs. Diese neue Vielfalt zeigt auch rivva.de, eine Art Blog-Aggregator, der einen Überblick über Themen und Diskussionen in der deutschsprachigen Bloglandschaft gibt. Rivva spürt konstant neue Themenblogs auf, auf denen täglich neue Artikel erscheinen und die weit über private Befindlichkeiten hinausgehen. Die persönliche Note wird allerdings nicht ausgeblendet – im Gegenteil. Sie ist das Salz in der Suppe. Sie gibt dem Blog Identität und Haltung.

Obwohl es in Deutschland schätzungsweise 40.000 freie Journalisten gibt, werden viele Themen von Selfmade-Bloggern beackert. So wie Mathias Winks, besser bekannt unter seinem Musikernamen MC Winkel. Auf seinem Blog whudat.de finden sich schnoddrig kommentierte Artikel über Hip Hop Mixtapes, Urban Art, Design und Fotografie. Whudat ist Pop-Feuilleton für Großstädter, die sich in den klassischen Kulturteilen der Zeitungslandschaft nicht wiederfinden, die sich einfach nicht für Opernberichte, langatmige Rezensionen und konservative Lebensweltbetrachtungen interessieren. Es sind junge, internetaffine Leser, die Videos, Fotos und Texte in einem Rutsch konsumieren und keine Printartikel ausschneiden. Oder die den Rechner hochfahren, um dann den von der Redaktion empfohlenen Internet-Tipp einzugeben. 

"Hier konnte ich mich austoben"

Rund 350.000 Besucher verzeichnet Winks Blog pro Monat. Das liegt in etwa in der Größenordnung von neon.de und vogue.de. Videos drehen, schneiden und veröffentlichen, Artikel schreiben, Interviews führen – Winks hat sich alles selbst beigebracht. Vor acht Jahren hat der Kieler Whudat ins Leben gerufen, seit zwei Jahren lebt er davon. Vorher verdiente er sein Geld als kaufmännischer Angestellter in einem Telekommunikationskonzern. "Das Bloggen war für mich zu Beginn ein privater Ausgleich zum seriösen Geschäftsleben. Hier konnte ich mich austoben." Seine Leserschaft wuchs und wuchs, irgendwann kamen die ersten Werbeagenturen auf ihn zu. 

Heute bloggt er über Veranstaltungen von Calvin Klein, Gillette und Mercedes. Der Whiskey-Hersteller Jim Beam sponserte kürzlich eine Party von ihm. "Klassische PR" nennt Winks so etwas. Und doch kommt die nicht so marktschreierisch oder anbiedernd rüber wie Fernsehwerbung, die Schnoddrigkeit zieht sich auch durch die bezahlten Blogbeiträge. 80 bis 90 Prozent ist eigener Content, der Rest sind Werbebeiträge, die Mathias Winks als "Sponsored Post" kennzeichnet. Außerdem sorgen spezialisierte Blogvermarkter dafür, dass Kunden seine Werbeplätze buchen. Einen größeren vierstelligen Betrag nimmt der Whudat-Gründer damit pro Monat ein – deutlich mehr, als er vorher verdient hat. 

Karrierebibel-Gründer Jochen Mai nennt eine ähnliche Größenordnung. Allerdings betreibt er sein Blog noch immer im Nebenberuf, "auch wenn ich davon wahrscheinlich leben könnte". Hauptberuflich ist der ehemalige Redakteur der Wirtschaftswoche mittlerweile Social-Media-Manager bei einem Energie-Unternehmen. 

Dass die Kommerzialisierung des eigenen Blogs auch nach hinten losgehen kann, hat kürzlich Udo Vetter erlebt. Der Rechtsanwalt gehört mit seinem law blog zu den bekanntesten Bloggern in Deutschland. Zigtausend Besucher am Tag lesen seine rhetorischen Spitzen zu den Irrungen und Wirrungen des deutschen Rechtssystems. Dafür zeichnete ihn das Grimme-Institut voriges Jahr mit dem Grimme-Online-Award aus. Das law blog orientiert sich immer noch stark an der Tagebuchform. Es lebt von der persönlichen Kommentierung Udo Vetters, der schon als Schüler und Student für die Rheinische Post, die WAZ und die Neue Ruhr/Neue Rhein Zeitung geschrieben hat. Fremde Autoren fand man in seinem Blog nicht – und Werbung bis vor kurzem auch nicht. 

Im September, neun Jahre nach der Gründung des law blogs, entschied sich Vetter, einen Werbepartner aus der Versicherungswirtschaft mit ins Boot zu holen. Er erntete Hunderte kritische Blogkommentare. Viele Leser stellten seine Unabhängigkeit infrage und ärgerten sich über die Verwässerung der Inhalte durch gesponserte Artikel zu Rechtsschutzversicherungen. "Sell out!", "peinlich", "Schande", waren noch die freundlicheren Kommentare. Aber es meldeten sich auch Befürworter: "An all die Nörgler: Es gibt hier keine Lesepflicht!" Oder: "Herzlichen Glückwunsch zum einträglichen Deal." 

Für den Deal erhält Vetter einen vierstelligen Betrag pro Monat. Eine genaue Summe nennt er nicht, aber es sei ein Betrag, "bei dem viele Blogger sagen würden, dass sie das jetzt ganztags machen". Auf das Geld sei er allerdings nicht angewiesen, betont Vetter. "Als Anwalt nage ich nicht am Hungertuch." Auf der anderen Seite investiere er seit Jahren täglich zwei bis drei Stunden in das law blog. Und er sehe nichts Verwerfliches dabei, damit auch Geld zu verdienen. Die Beiträge sind – ähnlich wie bei Whudat – als Werbung markiert. "Ich gehe offen und ehrlich damit um." 

Blogger schreiben und vermarkten in einem. Die Grenzen verwischen

Trotzdem ist gerade die Frage der Unabhängigkeit und Glaubwürdigkeit ein Thema für jeden, der ein professionelles Blog aufbauen will. Die Trennung zwischen Verlag und Redaktion hat Tradition. Journalisten schreiben; fürs Verkaufen sind andere zuständig. Blogger schreiben und vermarkten in einem. Die Grenzen verwischen. Das hört man auch heraus, wenn man Jochen Mai von der Karrierebibel fragt, wie denn seine Berufsbezeichnung ist. "Ich bin ein Hybrid der modernen Arbeitswelt. Nennen Sie mich Herausgeber, Chefredakteur, Blogger, Journalist, Social-Media-Manager, nebenberuflicher Unternehmer – es passt alles." Seine Werbeplätze lässt er mithilfe von Google Adsense automatisch belegen. Auch Agenturen unterstützen ihn dabei. 

Eine Trennung zwischen Redaktion und Werbung ist für ihn trotzdem gegeben. "Es gibt gekennzeichnete und feststehende Plätze, auf denen Werbung zu sehen ist." Aber auch ohne direkte Vermarktung lohne sich ein Blog, und zwar nicht nur für freie, sondern auch für fest angestellte Journalisten, sagt Mai. "Wenn ich als Journalist eine riesige Fan-Gemeinde habe, überlegt der Chefredakteur dreimal, ob er mich rauswirft. Bei Vertrags- und Gehaltsverhandlungen hat man eine ganz andere Position." Automatisch setze man sich von seinen Kollegen ab, die für die Leser oft gesichtslos bleiben. Während die austauschbaren Allrounder Gefahr laufen, bei der nächsten Kündigungswelle davongespült zu werden, sitzen die Edelfedern mit angeschlossener Community fest im Sattel. "Ich sehe darin die Zukunft des Journalismus." Auch die Verlage würden nach solchen Autoren suchen. Bestes Beispiel sei der Internetexperte Sascha Lobo, der als Kolumnist auf Spiegel Online schreibt

Aber wie lange dauert es, sich einen Namen zu machen und ein eigenes Blog aufzubauen? "Normalerweise braucht man ein bis zwei Jahre. Zwei bis drei Beiträge pro Woche sollten es schon sein. Sonst erreicht man keine Relevanz. Viele halten das nicht durch und geben frustriert auf", sagt Autor Michael Firnkes. Es könne auch sein, dass man ein Blog hochziehe und nach einem Jahr merke, dass es für das Thema einfach keine Zielgruppe gibt. Das gehöre zum unternehmerischen Risiko. Dazu kommt technisches Know-how wie Suchmaschinen-Marketing oder der Umgang mit Blogsoftware. "Das Wichtigste ist aber, dass man von seinem Nischenthema wirklich Ahnung hat und gerne viel darüber schreibt. Sonst hält man es nicht durch." 

Gerade für Fachjournalisten sei ein eigenes Blog interessant, sagt Firnkes. "Wenn man keine Werbeplätze anbieten möchte, ist es immer noch ein Akquise-Instrument, über das man sich einen Namen machen kann." Er selbst ist gelernter Bankkaufmann, hat als freier Mitarbeiter einst bei der Badischen Zeitung gearbeitet und sich später mehrere Jahre bei einem Immobilienportal um die Kundenbeziehung gekümmert. Und auch er hat wie der Karrierebibel- und der Whudat-Gründer sein erstes Blog nebenbei aufgebaut. Nach acht Jahren Festanstellung wagte er den Sprung ins freie Unternehmertum. Heute verdient er mit mehreren Blogs sein Geld, unter anderem mit dem Finanzblog topkonto.de

"Als Lifestyle-Blogger sitzt man auf einer tickenden Zeitbombe" 

Ein Blog aufzubauen und damit nach einem oder zwei Jahren zu scheitern, ist allerdings noch das geringste Risiko. Seit Jahren rollt eine Abmahnwelle nach der nächsten durchs Land. Gerade Blogger, die "kuratieren", also Inhalte aus aller Welt sammeln und veröffentlichen, werden für Urheberrechtsverstöße verklagt. Mathias Winks hat es bereits zweimal erwischt. Für ein veröffentlichtes Foto sollte er kürzlich 7.500 Euro zahlen, obwohl bis heute nicht eindeutig geklärt ist, ob ein Rechtsverstoß vorlag. Der Fall liegt bei seinem Rechtsanwalt. Mit Grauen schaut Winks in die USA, wo ein Blog für veröffentlichte Fotos 1,3 Millionen Dollar Strafe zahlen soll. "Als Lifestyle-Blogger sitzt man auf einer tickenden Zeitbombe." 

Jochen Mai ist auf dem Weg nach Hause. Das Interview hat er im Auto geführt, auf dem Rückweg von der Arbeit. Gleich setzt sich der Karrierebibel-Gründer noch an den Rechner und schreibt mehrere Artikel für die kommende Woche. 20 bis 30 Minuten braucht er mittlerweile für einen Text. Außerdem hat er noch ein Gespräch mit einem freiberuflichen Anzeigenvermittler. "Ich könnte die Karrierebibel noch aggressiver vermarkten und sicher mehr Geld damit verdienen", sagt er. "Aber ich brauche das nicht." 

Vielleicht liegt auch darin das Geheimnis erfolgreicher Blogger. Dass sie auf das Geld nicht angewiesen sind. Dass sie die nötige Lockerheit haben und genug Leidenschaft besitzen, um über Jahre am Ball zu bleiben. Und wenn die Leser kommen und bleiben, ergibt sich der Rest von selbst.

Der Autor

Benjamin O’Daniel arbeitet als freier Journalist in Köln. Hier geht es zu seiner Website.

 

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Titelthema: Zeitungen in der Krise. Die Legende von der Synergie

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Aktuelle Kommentare zu diesem Text

08.12.2012 01:07

Mathias Winks

@Social Guy: ... nur so 30-40%. Ich empfehle mal eine Recherche, bevor man so sinnlose Kommentare schreibt. Mit den eigenen Inhalten reüssiere ich am stärksten, davon lebt WHUDAT. Taxi vorne links?

07.12.2012 09:45

Jutta Hurt

Ich bin keine Journalistin, trotzdem sage ich auch, sehr guter Beitrag; ist mir sozusagen aus der Seele gesprochen. Ich habe auch einen Blog (www.vollstreckungstipps.de). Dass ich überhaupt einen Blog habe hab ich meinem Nachbarn Ivo (www.selbststaendig-machen.net) zu verdanken.

An einem schönen Sommerabend haben wir bei einem Glas Wein über meinen Beruf (Rechtsanwaltsfachangestellte) und meine darin beruflich begründete Leidenschaft und Hauptaufgabengebiet (Zwangsvollstreckung) gesprochen. Ich hatte mich u.a. beklagt, dass es kaum "verständliche" Blogs darüber gibt, wie die Vollstreckung zu handhaben ist und man kaum entsprechende Tipps zur Anwendung im Netz findet. Ivo meinte, ich solle doch selbst einen Blogg machen... Er hat mir dabei maßgeblich geholfen und die ersten zwei/drei Besucher in einer Woche hätte ich am liebsten per Handschlag begrüßt!

Mein Ziel Anfang 2011 war bis Ende 2011 1.000 Besucher zu haben; ich hatte 12.000! Was für ein Hammer! Zwischenzeitlich habe ich, Stand heute, über 88.000 Besucher! Bisher habe ich keinen Cent mit der Seite verdient, aber das war tatsächlich noch nie meine Motivation. Ich freu mich jeden Tag an meinem Blog!!! Gruß Jutta Hurt

06.12.2012 11:23

Benjamin O'Daniel (Autor)

@all: Danke fürs Feedback!

@creezy bla und @Heike Mühldorfer: Die Kritik, das ich keine Bloggerin vorgestellt habe, ist berechtigt. Ich hatte das nicht auf dem Schirm. Während der Recherche habe ich vor allem darauf geachtet, dass die Interviewpartner aus unterschiedlichen Branchen / Themenbereichen kommen und unterschiedliche "Typen" sind.

@Heiko Richter und Bjoern Bluemel: Ich denke auch, dass es noch viele weitere interessante Blogs gibt. Im Grunde ist dieser Artikel nur ein Einstieg: Wie man sein Blog erfolgreich vermarktet (Strategien/Akquise etc.), darüber könnte man noch locker eine ganze Reihe Artikel schreiben. Ich denke, da gibt es noch viel Klärungsbedarf.

06.12.2012 09:23

Heike Mühldorfer

@ creezy bla - das kann ich nur unterstützen! Aber wahrscheinlich habt ihr den zweiten Artikel zu erfolgreichen Bloggerinnen und deren Geschäftsmodell bereits in der Schublade. Oder berichtet über aufstrebende Online-Magazine wie www.dieglucke.de (auch von einer Frau gemacht).

05.12.2012 21:16

Norbert Schröter

Bloggen ist gut, bloggen ist richtig, es geht aber auch für den Anfang einfacher als Autor bei einer Artikelcommunity.

Vorteil: Den technischen Kram regeln andere. Hilfe durch Dritte ist gegeben. Mir tun die Mitarbeiter der FTD ein wenig leid ... deshalb dieser Artikel (LZ bis März 2013) als Starter für Print Journalisten im Web: http://bit.ly/Uga9BU

05.12.2012 09:55

Heiko Richter

Nun ja einen Blog zu schreiben und mit Inhalten zu füllen ist das Eine, Geld zu verdienen ist das Andere. Ich selbst betreibe den Hit-TV.eu Aktuell Blog mit derzeit über 50 000 Lesern monatlich. Um jedoch davon leben zu können, bin ich weit entfernt. Nun ja ich werde den Blog weitermachen, schon weil es mir Spaß macht, unabhängig von den "Qualitätsmedien" zu sein. Die Beispiele die hier genannt sind, sind aber leider positive Ausnahmen. Die Werbewirtschaft insgesamt hat das Potential der Blogs leider noch nicht erkannt.

05.12.2012 08:25

Bjoern Bluemel

oder den erfolgreichsten Tech-Blogger Caschy mit 30-40Tausend Besuchern/Tag....

www.stadt-bremerhaven.de

05.12.2012 05:21

Walter Schärer

Ich finde den Beitrag besonders interessant im Zusammenhang mit der aktuellen Debatte um den Untergang von Zeitungstiteln: "Konventionelle" Journalisten scheinen noch nicht begriffen zu haben, dass sich der Lesermarkt verschoben hat und sich unsere Bedürfnisse verändert haben. Wozu kaufe ich mir noch ein "starres" Gefäß (Die Zeitung eines Verlages, u.a. mit den zitierten ellenlangen Rezensionen), wenn ich mir dynamisch News aus aller Welt kuratieren lassen kann, die genau meinen Interessen entsprechen? Und dabei wäre ich sogar bereit, für einen solchen Dienst eine Gebühr zu bezahlen... Aber eben, rivva.de oder noch interessanter, Genieo.com (basierend auf meinem Klickverhalten) bieten das kostenlos. Oder auch Twitter. Mein Twitter-Stream ist heute interessanter als der News-Stream meiner (auch kostenlosen) Pendlerzeitung.

Klar gerät man damit in das Problem der von Eli Pariser beschriebenen "Filter-Bubble": Ich sehe nur noch, was meine Software-Filter mir zeigen, was z.B. Google PageRank für mich ausgesucht hat oder Facebook's EdgeRank.

Aber handkehrum lebte man früher in einem Dorf und wusste auch nur, was sich um einen herum abspielte... Da ist unsere Filter-Bubble heute doch einiges durchlässiger.

Jammerschade beim journalist.de ist halt nur, dass ich jetzt für diesen Kommentar nicht wie bei "richtigen" Blogs üblich, einen Link zu meinem eigenen Reiseblog http://reisememo.ch erhalte. Quasi als Gegenleistung dafür, dass ich mir doch ein paar Minuten Zeit genommen habe für Euren interessanten Artikel ;-)

04.12.2012 23:21

Elle Bil

Zum Thema Internet-Tagebuch empfehle ich folgenden Text:
http://www.journelle.de/1685/das-hier-ist-kein-internet-tagebuch-dumb-ass/

04.12.2012 18:55

Social Guy

Whudat hat eigene Inhalte? Das wäre mir neu.

04.12.2012 17:56

Anja Beckmann

Guter Beitrag. Ich lese neben klassischen Medien viele Blogs und bin selbst Journalistin, Bloggerin und Social Media Managerin. Zum Blog-Schreiben kann ich nur sagen: empfehlenswert!

04.12.2012 16:00

creezy bla

Mich nerven solche Artikel im Jahr 2012. Wenn man nicht mal eine Bloggerin mit einem funktionierenden Geschäftsmodell (gibt es) mit ins geschriebene Boot holt. Das ist leider ein Zeichen mangelhafter Recherche.

 
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