Es gibt nicht die eine Lösung

„Statt den Spuren anderer zu folgen, braucht Journalismus den Mut zu eigenen Wegen", sagt Katrin Gottschalk. Foto: taz/Anja Weber

Katrin Gottschalk ist Chefredakteurin der taz. In unserer 75-jährigen Jubiläumsausgabe haben wir 75 Ideengeberinnen und Ideengeber nach ihren Gedanken zum Journalismus gefragt. Sie sagt, es gibt viele Lösungen für den Journalismus.

12.02.2026

Die Zukunft des Journalismus entscheidet sich jeden Tag ein bisschen. Selbst in Zeiten des Wandels gibt es nicht den einen großen Schlag, die eine große Entwicklung, die den Kern des Journalismus auf den Kopf stellt. Und es wird nicht die eine Lösung für die sich verändernde Medienlandschaft geben.

Statt den Spuren anderer zu folgen, braucht Journalismus den Mut zu eigenen Wegen. Die taz beispielsweise hat noch nie auf Anzeigen gesetzt, hat kein Plus-Modell auf der Website und ist als Erste aus dem täglichen Druck ausgestiegen. 

Wir vertrauen auf das, was uns ausmacht. Dazu gehört auch unsere verankerte Fachkompetenz. Wie ließen sich sonst politische Entscheidungen hinterfragen? Gleichzeitig muss eine Redaktion die großen Fragen inzwischen auch so stellen, dass immer neue, mitunter jüngere, Menschen sich dafür interessieren – als Reel, Podcast oder Liveticker.
Plattformen wechseln. Während früher Twitter der Ort für unsere Liveberichterstattung war, ist es mittlerweile wieder die eigene Website. Das Live-Moment kann keine künstliche Intelligenz erzählen. Auch die überraschende, klug durchdachte Meinung kann nur menschlich sein. Wer im Journalismus die Menschen in den Fokus stellt, wird auch Menschen erreichen.  

 Katrin Gottschalk ist Chefredakteurin der taz.