„Immer weniger Raum für guten Journalismus“

Was kommt nach der Frankfurter Rundschau? Das fragten wir Maximilian Arnhold im journalist 3/2024. Foto: Felix Schmitt

Ein Streik bei der Frankfurter Rundschau. Kurz darauf müssen 2024 drei junge Kolleg:innen gehen. Der öffentliche Aufschrei war groß. Maxi Arnhold, einer der geschassten FR-Journalist:innen, sagte bei uns im Interview: „Die Leute brennen für Journalismus – der Konzern brennt eher aus“. Was macht er heute?

15.09.2026

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„Wir waren alle drei gerade erst an einem Punkt, wo man richtig loslegen wollte und konnte“, hast du 2024 bei uns im Interview gesagt. Wie groß ist heute noch der Ärger über Ippen und die Frankfurter Rundschau?

Zur Frankfurter Rundschau besteht nach wie vor ein guter Draht, der ist auch nach der Kündigung nie abgerissen. Die Kolleg:innen konnten nichts für das, was passiert ist und haben meist selbst unter dem Abschied gelitten. Ippen steht für eine Entwicklung, die mir Sorgen macht: mehr KI, mehr Standardisierung – und immer weniger Raum für guten Journalismus.

Was nimmst du mit aus der Zeit?

Ich hatte den Mut, mich selbstständig zu machen. Dabei habe ich viel über mich gelernt und darüber, wie ich arbeiten will. Nach der Kündigung dachten viele, dass sich durch die Aufmerksamkeit direkt neue Türen öffnen würden. Bei mir war das nicht so. Ich habe oft vergeblich angeklopft oder festgestellt, dass finanziell viel zu wenig rumkommt. Unter Freien braucht es Solidarität, wie wir sie damals erlebt haben.

Bei der Frankfurter Rundschau solltest du einen Klima-Podcast aufbauen. Ist Klima noch dein Thema?

Ja, das ist nach wie vor meine Priorität. Die Krisen sind ja nicht weg, sie bekommen nur weniger Aufmerksamkeit. Ich versuche, öfter über Zusammenhänge zu berichten: Wie viele Milliardeneinnahmen aus fossilen Brennstoffen stecken in Putins Krieg, was hat der Arbeitskampf bei VW mit dem Klima zu tun? Gleichzeitig zeige ich konstruktive Lösungen auf. In meinem Podcast Real Life Utopia geht es um alternatives Wirtschaften, Gerechtigkeit und den Wert von Gemeinschaft.

Maximilian Arnhold ist freier Journalist und Moderator. Er schreibt vor allem über Klima- und Umweltthemen mit dem Schwerpunkt reale Utopien.