Journalismus, der verbindet
„Wenn es uns gelingt, die relevanten Themen aufzugreifen und Erklärungen zu liefern, können wir für mehr gesellschaftliches Vertrauen und Verständnis füreinander sorgen", sagt Isabella David-Zagratzki. Foto: Sarah Buth
Isabella David-Zagratzki ist Geschäftsführerin von tagesschau24 und stellvertretende Leiterin der Abteilung Strategie und Innovation. Bis November leitete sie die Social-Media-Redaktion der Tagesschau. In unserer 75-jährigen Jubiläumsausgabe haben wir 75 Ideengeberinnen und Ideengeber nach ihren Gedanken zum Journalismus gefragt. Sie wünscht sich einen Journalismus, der verbindet.
27.02.2026
Instagram, TikTok und YouTube sind die neuen öffentlichen Räume. Hier suchen Menschen nach den Themen, die sie interessieren. Hier wird sich entscheiden, ob Journalismus im Digitalen gesellschaftliche Relevanz behält. Wir sollten aufhören, die Plattformen nur als Distributionskanäle zu nutzen.
Es muss sich viel mehr in unsere Workflows einschleifen, in diesen Räumen zuzuhören, welche Themen bestimmte Gruppen interessieren, welche Fragen dort aufkommen. Bisher war Community Management vor allem eine Abwehrschlacht. Dank neuer Tools müssen wir uns weniger händisch ums Löschen kümmern und haben mehr Zeit, mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Welche Lebenswelten gibt es, die wir noch nicht abbilden? Welche Fragen haben die Leute, die wir vielleicht noch nicht auf dem Schirm hatten? In der heutigen fragmentierten Öffentlichkeit ist das herausfordernd – aber auch eine große Chance. Wenn es uns gelingt, die relevanten Themen aufzugreifen und Erklärungen zu liefern, können wir für mehr gesellschaftliches Vertrauen und Verständnis füreinander sorgen. Dann machen wir einen Journalismus, der nicht nur informiert, sondern auch verbindet.
Isabella David-Zagratzki ist Geschäftsführerin von tagesschau24 und stellvertretende Leiterin der Abteilung Strategie und Innovation. Bis November leitete sie die Social-Media-Redaktion der Tagesschau.