Mitgestaltung als Motivationsmotor

„Wer seine Arbeit aktiv mitprägt, bleibt innerlich engagiert", sagt Maria Exner. Foto: Marcus Glahn

Maria Exner ist Journalistin und Intendantin von Publix, einem Haus für Journalismus in Berlin, in dem rund 30 Redaktionen, Verlage und gemeinnützige Initiativen arbeiten. In unserer 75-jährigen Jubiläumsausgabe haben wir 75 Ideengeberinnen und Ideengeber nach ihren Gedanken zum Journalismus gefragt. Exner sagt, Teilhabe und Autonomie sind wichig, wenn es um New Work geht.

27.02.2026

Journalismus entsteht heute unter hohem ökonomischen Druck und muss sich ständig technologisch und kulturell erneuern.

New Work legt nahe, dass Innovation dort entsteht, wo Mitarbeitende Autonomie haben. Rollenbasiertes Arbeiten schafft Klarheit über Verantwortlichkeiten – wer entscheidet was, für welches Ziel arbeitet ein Team? Innerhalb dieser Rahmen herrscht ein hoher Grad an Freiheit. Bei Recherche, Produktentwicklung und dem Umgang mit Bruchstellen im Alltag sichern Selbstbestimmung Qualität und Experimentierfreude. Zugleich ist Mitgestaltung ein Motivationsmotor. Wer seine Arbeit aktiv mitprägt, bleibt innerlich engagiert. Und: Teilhabe schafft Vertrauen und Loyalität gegenüber der Marke, weil das Publikum einbezogen wird. Sich selbst in der Berichterstattung repräsentiert zu sehen, ist ein Anspruch den Menschen in Befragungen regelmäßig formulieren. Jede Redaktion sollte systematisch Mitgestaltungsmöglichkeiten entwickeln – durch gemeinsame Formatentwicklung in gemischten Teams aus Redaktion, Produkt, Audience- und Social-Media-Teams, und unter Einbeziehung der Zielgruppe. So können Prinzipien der New Work helfen, unter Druck zu funktionieren und erfolgreich zu bleiben. 

Maria Exner ist Journalistin und Intendantin von Publix, einem Haus für Journalismus in Berlin, in dem rund 30 Redaktionen, Verlage und gemeinnützige Initiativen arbeiten.