Umfrage: Wie halten es die Autoren mit KI?
Wie arbeiten Autoren mit KI? Das haben wir die Ressortleiter*innen Daniel Sippel, Jennifer Schumacher, Hatice Kahraman und Fabian Heckenberger gefragt. Fotos: privat, Funke Foto Services, Ivo Mayr/Correctiv, SZ
Inzwischen arbeiten viele freie Journalisten mit KI. Wir haben Ressortleitungen gefragt: Was ist besser, was ist schlechter geworden an den Texten, die zum Redigieren bei Ihnen landen?
Umfrage: Kathi Preppner
23.06.2026
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„Fehlerquote ist geringer”
Bei uns kommt die hauseigene Funke-KI vor allem bei der Korrektur zum Einsatz: Das funktioniert verblüffend gut, die Anwendung erkennt sogar inkonsistente Schreibweisen bei Namen. Auch in den Texten, die Freie uns schicken, ist die Fehlerquote geringer geworden. Stilistisch merke ich keine Unterschiede. Ich glaube auch nicht, dass unsere Autoren KI zum Formulieren nutzen – da haben die meisten ihren Stolz. Und die KI wird kaum über eine Opernpremiere oder ein Rockkonzert befinden.
Jennifer Schumacher leitet das Ressort Kultur und Freizeit bei der WAZ.
„Zur Themenfindung völlig legitim“
Bis jetzt ist mir noch kein von KI geschriebener Text untergekommen, jedenfalls ist mir das nicht aufgefallen. Wir gehen davon aus, dass unsere freien Autoren zur Texterstellung keine KI nutzen – oder uns vorher fragen. Sonst wäre das ein Bruch des Vertrauensverhältnisses und ein Grund für uns, die Zusammenarbeit zu beenden. Zur Themenfindung auf Sprachmodelle zurückzugreifen, ist selbstverständlich völlig legitim. Auch für Recherchen und Textkorrekturen finde ich KI-Unterstützung okay, wenn am Ende trotzdem alles stimmt.
Daniel Sippel leitet das Ressort Leben beim Stern.
„Bei uns gilt: Lernen ohne KI“
Ich arbeite mit Jugendlichen zwischen 13 und 18 Jahren zusammen und zeige ihnen das journalistische Handwerk. Die Jugendlichen lernen in der Salon5-Redaktion, Skripte zu schreiben und Fakten zu überprüfen. Seit der steigenden Nutzung von KI-Tools merke ich gerade bei Jugendlichen, dass sie vieles mit einer KI schreiben wollen – und dabei vor allem vergessen, dass Fakten von Menschen überprüft werden müssen. Deswegen gilt bei uns: klassisches Nachrichtenschreiben muss gelernt werden – und das ohne KI.
Hatice Kahraman ist Chefredakteurin der Jugendredaktion Salon5 von Correctiv.
„Keine KI für die Texterstellung“
Wir setzen KI bei der SZ gezielt ein, um unseren Journalismus zu stärken – nicht, um ihn zu ersetzen. Das heißt, wir verwenden KI nicht zur Texterstellung, jedoch für Recherche, Übersetzung und Transkription. Das gilt für Texte von allen Autoren. Wir prüfen grundsätzlich bei sämtlichen Texten und Inhalten, dass alle aufgeführten Fakten, Informationen und der Sprachstil unseren hohen Ansprüchen genügen.
Fabian Heckenberger ist leitender Redakteur für KI und Chef vom Dienst bei der SZ.