Weniger Konferenzen, Kommissionen und Papiere
„Unsere Journalistinnen und Journalisten sind besser ausgebildet als je zuvor und darum kein bisschen weniger kompetent als frühere Generationen", sagt Klaus Brinkbäumer. Foto: Kirsten Nijhof
Klaus Brinkbäumer ist Moderator, Autor und Filmemacher. Der ehemalige Spiegel-Chefredakteur ist außerdem Experte für Außenpolitik beim Mitteldeutschen Rundfunk. In unserer 75-jährigen Jubiläumsausgabe haben wir 75 Ideengeberinnen und Ideengeber nach ihren Gedanken zum Journalismus gefragt. Brinkbäumer sagt, der Wandel muss in den Führungsetagen anfangen, um bessern Journalismus zu machen.
02.02.2026
Der Journalismus ist ja gar nicht so schlecht. Unsere Journalistinnen und Journalisten sind bessern ausgebildet als je zuvor und darum kein bisschen weniger kompetent als frühere Generationen. Was es aber braucht, ist der entschlossene Wille in so manchen Führungsetagen, konsequent den bestmöglichen Journalismus zuwege zu bringen.
Ich erlebe Medienpolitiker, die unbedingt auf die Öffentlich-Rechtlichen schimpfen, aber sie eben gerade nicht reformieren wollen; und ich erlebe eine ARD, die, sobald sie schlagkräftig werden will, eine neue Kommission gründet, lange Konferenzen ansetzt, Papiere vollschreibt. Und ich kenne Verlage, die alles Denkbare im Sinn haben, aber keine moderne Ansprache ihres Publikums; und schon gar nicht die maximale Stärkung ihrer Redaktionen.
Klaus Brinkbäumer ist Moderator, Autor und Filmemacher. Der ehemalige Spiegel-Chefredakteur ist außerdem Experte für Außenpolitik beim Mitteldeutschen Rundfunk.