Zurück zum Journalismus

„Wir müssen zurück zu dem, was Journalistinnen und Journalisten immer stark gemacht hat: Akkuratesse, Leidenschaft und das menschliche Gespür für die Wirklichkeit", sagt Stephan Weichert. Bild: Vocer Institut/Martin Kunze

Stephan Weichert ist Medienwissenschaftler und Direktor des Vocer-Instituts für Digitale Resilienz. In unserer 75-jährigen Jubiläumsausgabe haben wir 75 Ideengeberinnen und Ideengeber nach ihren Gedanken zum Journalismus gefragt. Weichert wünscht sich ein Rückbesinnen auf Genauigkeit, Leidenschaft und Menschlichkeit im Journalismus.

11.02.2026

Wir müssen zurück zu dem, was Journalistinnen und Journalisten immer stark gemacht hat: Akkuratesse, Leidenschaft und das menschliche Gespür für die Wirklichkeit. Resilienz heißt: vorausdenken, souverän handeln, Kritikfähigkeit entwickeln.

Drei Dinge sind dafür entscheidend.
Erstens: Wir brauchen Redaktionen, die KI nicht als Ghostwriter verstehen, sondern als Werkzeug, das unsere Arbeit präziser, transparenter und überprüfbarer macht. 

Zweitens: Wir müssen den Journalismus stärker als gemeinwohlorientierte Infrastruktur denken. Nachhaltiger Journalismus entsteht nicht etwa im Markt-Vakuum, sondern dort, wo wir lokale Öffentlichkeit, Bildung und Gemeinwohl zusammendenken. Resiliente Redaktionen bauen Brücken zu Bürgerinnen, Vereinen, Third Places. 

Drittens: Wir sollten auf die emotionale und psychische Widerstandskraft unserer Kolleginnen und Kollegen achten. Resilienz bedeutet auch: Räume schaffen, in denen Menschen lernen, mit dem Druck umzugehen – ohne zynisch zu werden. Denn ohne Zuversicht wird es keinen Journalismus geben, der diese schweren Zeiten übersteht. 


Stephan Weichert ist Medienwissenschaftler und Direktor des Vocer-Instituts 
für Digitale Resilienz.