journalist

Neustart

21.01.2020

Chefredakteur Matthias Daniel übernimmt das Medienmagazin journalist und startet mit einem Relaunch. Auf dem Cover stehen künftig journalistin und journalist.

Neustart-Ausgabe mit zwei Titelseiten: journalistin und journalist.

Neustart für den journalist. Das Magazin für Journalist*innen stellt sich inhaltlich und organisatorisch neu auf. Chefredakteur Matthias Daniel führt den journalist künftig auch verlegerisch in Eigenregie und startet die Ausgabe für Januar/Februar mit einem Relaunch.

Zum ersten Mal in 70 Jahren erscheint der journalist mit zwei unterschiedlichen Titelseiten. Auf 16.000 der 32.000 Exemplare umfassenden Druckauflage steht auf dem Cover der Schriftzug „journalist“, auf der anderen Hälfte der Auflage steht „journalistin“. Wer welche Ausgabe erhält, entscheidet der Zufall. Der Name des Magazins bleibt weiterhin journalist, aber: „In den vergangenen Jahren haben uns immer häufiger Leserinnen erzählt, dass sie sich von unserem Titel nicht mehr angesprochen fühlen“, sagt Matthias Daniel. „Hier wollen wir ein Zeichen setzen und alle unsere Leser*innen umarmen.“

Über die inhaltliche Neuausrichtung des Hefts sagt Chefredakteur Matthias Daniel: „Es ist an der Zeit, ein paar Sachen im Journalismus infrage zu stellen und anders zu machen.“ Daniel ist davon überzeugt, dass die aufgeheizte Gesellschaft einen ernsthaften und relevanten Journalismus nötiger hat denn je. Zur Aufgabe von Journalisten gehöre es, ihre Arbeit besser zu erklären und auf ihr Publikum zuzugehen, so Daniel. Das gelte auch für sein Magazin. „Der journalist hat sich vorgenommen, nahbarer, transparenter und diskutierfreudiger zu werden.“ Die Inhaltliche Leitfrage des Magazins lautet künftig: Wie machen wir den Journalismus besser?

Verantwortlich für das Designkonzept des journalist-Neustarts sind Karsten Middeldorf und Barnabas von Schorlemer. Die beiden Gründer der Berliner Agentur MvonS sind auf Editorial Design und die Entwicklung von Medienmarken spezialisiert. „Uns hat es gereizt, für ein Magazin mit solch einer langen Tradition ein modernes und wertiges Erscheinungsbild zu entwickeln“, sagt Barnabas von Schorlemer. Sein Partner Karsten Middeldorf ergänzt: „Wir haben den Geschichten mit einem klaren Design Raum gegeben und möchten Lust aufs Lesen machen.“ Auch künftig werden Produktion und Art-Direktion bei MvonS liegen.

Im Titelinterview der Neustart-Ausgabe spricht Kai Diekmann über seine Sicht auf den Journalismus, die Chancen der Digitalisierung und die Kraft des Lokalen. Mit Blick auf die 16 Jahre an der Spitze der Bild-Zeitung sagt Diekmann im journalist-Interview: „Ich hätte den Absprung schon viel früher schaffen müssen.“

Weitere Themen der Januar/Februar-Ausgabe, die gerade ausgeliefert wird:

- Im Auge des Hasses: Ist die Kritik an den Intendanten von WDR und BR berechtigt? Der journalist hat dazu u.a. mit Richard Gutjahr gesprochen.
- Zusammenmontiert und lückenhaft: Correctiv-Recherchen belegen Fehler bei Übersetzungen in TV-Interviews deutscher Sender.
- Streitgespräch mit Jan Fleischhauer: Der umstrittene Kolumnist wechselte im Sommer vom Spiegel zum Focus: Wo sind die Grenzen des Sagbaren, Herr Fleischhauer?

Der journalist erscheint künftig zehnmal im Jahr. Die Rolle des Herausgebers übernimmt weiterhin der Bundesvorstand des Deutschen Journalisten-Verbands. Mitglieder des DJV erhalten das Magazin auch in Zukunft kostenlos. „Wir sind froh, mit Matthias Daniel eine zukunftsweisende verlegerische Konstellation für unser Magazin gefunden zu haben. Der journalist bleibt das wichtige Medienmagazin für Deutschland, worauf wir als Herausgeber auch nach 70 Jahren stolz sind. Wer wissen will, vor welchen Herausforderungen der Journalismus steht und wie wir sie angehen können, muss unsere Hefte lesen“, sagt DJV-Vorsitzender Frank Überall.

Neu ist auch die Website des Magazins: Der journalist erscheint ab sofort wieder auf der ursprünglichen Domain www.journalist.de.

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