Floskel des Monats

Wahlkrimi

31.08.2017

Der „Countdown läuft“ für die Wahl zum 19. Deutschen Bundestag. Am 24. September ist Wahltag. Die Wahlberechtigten tragen ihre Stimme beim „Urnengang“ zu Grabe und „am Ende des Tages“ werden dann wieder ordentlich „Wahlschlappen“ verteilt und dem Verlierer ein „Wahldebakel“ unterstellt – selbst wenn der vielleicht nur ein paar Prozent weniger als zuvor erhält. Trotzdem: „Die Nerven liegen blank!“ Natürlich wird der Wahltag ein „schlechter“ respektive „guter Tag für“ die eine oder andere Partei. Ohnehin können sich politische Wahlen und Fußballspiele die Hände reichen: Nirgends sonst hört und liest man derart viele Floskeln und Phrasen.

Bei Wahlen ist es vor allem deshalb bemerkenswert, da sich sowohl die Medien als auch die Politiker ein Gefecht um die beste Floskel aus dem Weichspülprogramm liefern. Leider wird erst einige Tage später „grünes Licht“ für eine Koalition gegeben. Doch bis dahin „wackelt der Stuhl“ der Wahlverlierer, und der Wahlgewinner freut sich über einen „Erdrutschsieg“ und kündigt „zeitnah seine zentralen Eckpunkte“ an.

Aber zurück zum Wahltag: Wir prophezeien jetzt schon eine Floskel bei der Bundestagswahl, die es erfreulicherweise noch nicht in den Duden geschafft hat. Der „Wahlkrimi“ wird vermutlich „verheerend“ zum journalistischen Einsatz kommen. Mögen Wahlen zwar spannend sein, aber daraus gleich einen Kriminalfall zu machen, wäre „ein Fall für“ den Bundeswahlleiter.

Für den journalist analysiert das sprach- und medienkritische Webprojekt Floskelwolke.de von Sebastian Pertsch und Udo Stiehl in jeder Ausgabe eine Floskel oder Phrase, mit der Journalisten im Monat zuvor besonders häufig danebenlagen.

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