journalist.de - Wie machen wir den Journalismus besser?
Service-Bereich
08. Juni 2020

Anna-Beeke Gretemeier

"Die Zeit der Solisten ist vorbei"

stern-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier spricht im journalist über ihren Führungsstil. "Ich möchte dafür offen sein, auch vom Gegenteil dessen überzeugt werden zu können, was wir uns im Führungskreis gerade überlegt und entschieden haben."

"Es reicht heute nicht, wenn man ein guter Autor oder Blattmacher ist", sagt stern-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier. (Foto: Guido Rottmann)

„Es reicht heute nicht, wenn man ein guter Autor oder Blattmacher ist“, sagt stern-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier dem journalist auf die Frage, welche Eigenschaften nötig sind, um eine Redaktion wie den stern zu führen. „Das ist ein echter Management-Job“, so Gretemeier im journalist-Interview. Die Aufgaben seien so vielfältig, dass viele Fähigkeiten gefragt sind. „Man muss heute ein guter Teamleiter sein, ein Markenentwickler, ein Innovationstreiber.“

Anna-Beeke Gretemeier, die zunächst Chefin von stern.de war und im Januar 2019 als erste Frau auf den Chefsessel des stern-Magazins rückte und das bislang jüngste Mitglied der stern-Chefredaktion ist, steht für einen offenen Führungsstil. Transparenz sei ihr wichtig, sagt sie im Interview. „Egal, ob es um Zahlen oder Entscheidungen geht. Ich möchte die Leute mitnehmen und erläutern, was im Hintergrund zu einer Entscheidung geführt hat oder warum wir an einem bestimmten Punkt stehen. Ich glaube, das ist immer besser, als zu sagen: So ist es eben.“

Deshalb dürfe in der Redaktion auch alles diskutiert werden. „Ich möchte dafür offen sein, auch vom Gegenteil dessen überzeugt werden zu können, was wir uns im Führungskreis gerade überlegt und entschieden haben.“ Arbeiten in einer Redaktion bedeute heute vor allem Teamarbeit. „Die Zeit der Solisten ist in meinen Augen komplett vorbei.“

Wegen der Corona-Pandemie arbeite die stern-Redaktion derzeit noch zum Großteil aus dem Homeoffice, so Gretemeier im journalist-Interview. Redaktionskonferenzen werden zum Teil mit 100 Leuten virtuell geführt. „Die erste virtuelle Themenkonferenz war eine Ober-Katastrophe“, sagt Gretemeier. Inzwischen haben sich aber die Abläufe im Homeoffice eingespielt und sie sei selbst überrascht, „wie problemlos das klappt.“

Das komplette Interview mit stern-Chefredakteurin Anna-Beeke Gretemeier lesen Sie in der Juni-Ausgabe des journalists, die gerade erschienen ist. Neugierig? Dann hier entlang.