Die Wahrheit ist unser Leitstern

„Wahrheit ist ein großes Wort und muss doch unser Ideal bleiben, unser Leitstern", sagt Jörg Diehl. Foto: NDR/Ralf Pleßmann

Jörg Diehl leitet die Recherchekooperation von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung. In unserer 75-jährigen Jubiläumsausgabe haben wir 75 Ideengeberinnen und Ideengeber nach ihren Gedanken zum Journalismus gefragt. Diehl sagt, der Journalismus brauche vor allem drei Dinge: Mut, Präzision, Transparenz.

05.02.2026

Der Journalismus der Zukunft braucht drei Dinge: Mut, Präzision, Transparenz. Mut: Wir dürfen uns nicht einschüchtern und abbringen lassen von unserem Auftrag, die Öffentlichkeit bestmöglich zu informieren – weder von Shitstorms in den sozialen Medien noch von politischen Kampagnen und KI-generierten Lügen.

Präzision: Wir sagen, was ist, nachdem wir herausgefunden haben, was ist. In Zeiten, in denen Meinung Massenware ist, braucht es verlässliches Faktenwissen mehr denn je. Medien müssen ihrem Publikum ein akkurates Bild der Realität zeichnen, indem sie recherchieren, was sich wie warum ereignet hat. Wahrheit ist ein großes Wort und muss doch unser Ideal bleiben, unser Leitstern. Nicht die knalligste, skandalöseste, populärste, gefälligste Story gilt es zu produzieren, allein die genaueste. 

Transparenz: Wir erklären, wie wir vorgehen, und stellen uns berechtigter Kritik. Vertrauen genießt nur, wer nichts verbergen muss. Der seriöse Journalismus wird von vielen Seiten attackiert, aus wirtschaftlichen und politischen Gründen, aus Geltungssucht, aus Destruktivität. Dem begegnen wir mit größtmöglicher Offenheit. Wir stehen zu unseren Veröffentlichungen. Unsere Verantwortlichkeit ist ein Gütesiegel, made by journalists ein Reinheitsgebot. 


Jörg Diehl leitet die Recherchekooperation von NDR, WDR und Süddeutscher Zeitung.